Neues Gerätehaus für den Löschzug Neukirchen

Löschzug Neukirchen : „Gerätehaus ist quadratisch, praktisch, gut“

Das Gebäude kostet mit knapp drei Millionen Euro etwas weniger als geplant. Beim vorgezogenen Brandschutztag wurde es eröffnet.

Das neue Feuerwehrgerätehaus an der Lindenstraße beschreibt Klaus Kutsch mit den Worten: „Quadratisch, praktisch, gut.“ Wenn der Neukirchener Löschzugführer durch das Gebäude führt, wie beim Brandschutztag am Sonntag, zitiert er schon einmal den Werbespruch, der seit 1970 für die Schokolade Ritter Sport steht wie für schnörkellose Funktionalität. „Das Gebäude kostet knapp drei Millionen Euro, etwas weniger als geplant“, unterstreicht der Feuerwehrmann.

Am Sonntag gehörte er zu denen, die beim Brandschutztag alle 30 Minuten Gruppen das neue Gebäude an der Lindenstraße zeigten, bevor es von Bürgermeister Harald Lenzen am Nachmittag offiziell eröffnet wurde. Beim Brandschutz am 9. September 2017 war der Grundstein gelegt worden. Der eigentliche Bau begann im November 2017 und war im Oktober 2018 fertiggestellt. Danach wurden kleinere Nacharbeiten erledigt, die sich hinzogen. Deshalb verschob sich die offizielle Eröffnung, die für den März geplant war. „Nacharbeiten sind für ein Gebäude dieser Größenordnung ganz normal“, meinte Christoph Rudolph als stellvertretender Kreisbrandmeister und Leiter der Moerser Feuerwehr. „Insgesamt ist es sehr durchdacht und folgt dem Prinzip der kurzen Wege.“

Bevor die Planungen begannen, hatten die Feuerwehrleute Gerätehäuser in Alpen-Veen, Moers-Schwafheim und Krefeld-Hüls besichtigt, die alle in den vergangenen Jahren neu errichtet wurden. Architekt Markus Kasuch aus Xanten entwarf das Gebäude, das 60 Feuerwehrmänner und -frauen der Freiwilligen Feuerwehr sowie sechs Fahrzeugen Raum bietet. „Dieser Entwurf ist es“, beschriebt Klaus Kutsch die Begeisterung, die diese Planung bei den Blauröcken auslöste, zumal die Kosten nur halb so hoch lagen wie der Feuerwehrneubau in Alpen, der fast zeitgleich errichtet wurde.

Das neue Gerätehaus wurde neben dem alten auf der „Hundewiese“ gebaut. „Im alten haben sich die Feuerwehrleute direkt neben den Fahrzeugen umgezogen“, erzählte der Löschzugführer, der hauptamtlich Feuerwehrmann in Moers ist und jeden Morgen auf der Baustelle war, um Dinge zu regeln. „Es war kaum Platz. Weiß- und Schwarzbereich für die Feuerwehrkleidung waren nicht getrennt, obwohl das nicht den Vorschriften entsprach. Zum Glück ist nie etwas passiert.“

Auch andere Dinge entsprachen nicht mehr den heutigen Vorschriften für Feuerwehrgebäude, die inklusive Raumgrößen in Verordnungen genau festgelegt sind. Frauen und Behinderte sind im neuen Gebäude gleichberechtigt, zum Beispiel durch eigene Sozialräume oder breite Türen und einen Lift.

Auch wenn das neue Gebäude „quadratisch, praktisch, gut“ ist, verzichtete der Architekt nicht ganz auf jeden Schmuck. So ließ er den Gebäudeteil, in dem sich im Erdgeschoss die Sozial- und im Obergeschoss die Schulungsräume befinden, mit Glaskeramikplatten verkleiden. „Diese Fassade ist teurer als eine Putzfassade“, meinte Christoph Rudolph. „Aber sie ist auch langlebiger und muss nicht nach ein paar Jahren neu gestrichen werden. Langfristig rechnet sie sich.“

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