Neukirchen-Vluyn: Neuer Verein wirbt für alternative Medizin

Neukirchen-Vluyn : Neuer Verein wirbt für alternative Medizin

Dr. med. Michael Blondin aus Neukirchen hat mit Gleichgesinnten den "Naturheilverein Niederrhein" gegründet. Zu den Mitgliedern zählen Physiotherapeuten, Apotheker, Zahnmediziner und Heilpraktiker.

Auf einem Regal in der Praxis von Dr. Michael Blondin steht ein Behälter, dessen Inhalt manche gruseln macht. Es sind Blutegel, die sich durchs Wasser schlängeln. Der Mediziner setzt sie in manchen Fällen ein und hat, wie er versichert, damit gute Erfahrungen gemacht. Überhaupt verwendet der Arzt aus Neukirchen-Vluyn zur Behandlung seiner Patienten auch Homöopathie, Akupunktur und andere alternative Heilmethoden. "Für mich sind sie kein Ersatz, sondern eine Ergänzung zur Schulmedizin", sagt er.

Mit Gleichgesinnten hat Dr. Blondin nun den "Naturheilverein Niederrhein" gegründet. Der Verein ist Mitglied im Deutschen Naturheilbund, einer der ältesten Vereinigungen dieser Art in Deutschland. "In Süddeutschland gibt es ein dichteres Netzwerk als im Norden", sagt Michael Blondin. "Hier am Niederrhein gab es da eine Lücke zu füllen." Den Vorstand bildet der Arzt mit dem Diplom-Physiotherapeuten Robert den Besten. Zu den Beiräten zählen unter anderem Zahnmediziner, Apotheker, und Heilpraktiker(innen). "Unser Verein ist breit aufgestellt, wir vernetzen verschiedene Disziplinen." Der Verein sei gemeinnützig und rein ehrenamtlich. Das Ziel ist, naturheilkundliche Verfahren zu propagieren, unter anderem durch eine Vortragsreihe, die Dr. Blondin heute Abend eröffnen wird (siehe Info-Kasten).

Schon während seines Medizinstudiums hat sich der Arzt aus Neukirchen-Vluyn mit Naturheilkunde beschäftigt. "Ich habe in Gießen studiert, dort waren die die Professoren offener für dieses Thema als anderswo", erinnert er sich. Erfahrungen mit traditioneller chinesischer Medizin hat er während eines Asien-Aufenthaltes gesammelt.

Natur- und Alternativmedizin wird zusehends populär. "Viele Patienten sprechen mich aus eigenem Antrieb auf solche Therapien an", berichtet der Mediziner. "Es gibt inzwischen ein großes Misstrauen gegen das massenhafte Verschreiben von Antibiotika und Schmerzmitteln." Am Anfang stehe bei ihm aber immer eine umfassende, "klassische" schulmedizinische Untersuchung. Erst dann könne er abschätzen, ob beispielsweise eine Therapie mit Akupunktur angezeigt sei. Dass diese hilft, davon ist er durch seine Erfahrungen überzeugt - auch wenn es zweifellos schwer zu erklären sei, wie ein Stich an einer bestimmten Körperstelle das Wohlbefinden einer anderen beeinflussen soll. Die Wirkung der Homöopathie, deren Grundlagen viele Wissenschaftler für fragwürdig halten, könne er ebenfalls aus seiner Praxis bestätigen. "Die Kritik an diesen Methoden ist oft nicht fair", meint er. Und die Einstellung der Krankenkassen zu alternativen Therapien sei merkwürdig selektiv. "Da wird zum Beispiel eine Behandlung mit Akupunktur nur für verschiedene Körperbereich erstattet."

Kontakt zum Verein können Interessierte aufnehmen unter info@nhv-niederrhein.de, Telefon 01577 9725044, Fax 02845 3098991.

(RP)
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