Moers: Neuer Betreiber fürs Bergheim Rayen gesucht

Moers : Neuer Betreiber fürs Bergheim Rayen gesucht

Nach 30 Jahren möchte die Betreiberin des Vereinsheims aufhören. Der SuS Rayen 1945 hofft nun, dass ein Nachfolger gefunden wird.

Nicht nur für die Mitglieder des SuS Rayen 1945 ist das ein Einschnitt: Nach rund 30 Jahren hört die Betreiberin des Vereinsheims auf dem Rayener Berg auf. Keinesfalls im Zorn, sondern unter anderem "aus Altersgründen", wie sie sagt. Im Übrigen möchte sie mit Namen und Bild nicht in der Zeitung erscheinen. Zum Ende Mai hat sie gekündigt.

Bis dahin hofft der Vereinsvorstand , einen neuen Betreiber — oder Betreiberin — für das Heim auf dem Berg zu finden. Denn nicht nur der Part am Zapfhahn wäre ab April dann unbesetzt. Auch die Snacks für die Mitglieder und die Pflege des Gebäudes einschließlich der Sanitäranlagen gehörten zum Aufgabengebiet der jetzigen Betreiberin. "Alles ist immer tipptopp", lobt Hansjoachim Voß, der Vorsitzende des SuS Rayen 1945. Dafür ist die rund 90 Quadratmeter große Wohnung mietfrei.

Gelände und Heim gehören der Stadt Neukirchen-Vluyn, der Verein ist der Pächter. Der Saal ist etwa 200 Quadratmeter groß und wird nicht nur von den Fußballern genutzt, sondern auch von anderen Vereinen. "Am Wochenende hat hier die kfd Karneval gefeiert", sagt Hans-Peter Jansen, der zum so genannten "Heimrat" des Vereins zählt, einem vierköpfigen Gremium, das für das Gebäude zuständig ist.

Natürlich machen sich die Vorstandsmitglieder auch Gedanken für den Fall, dass niemand für den Job gefunden wird. "Es gibt ja Vereine, die sich selbst darum kümmern", meint Voß. Dann werde aber wohl eher Bier aus Flaschen serviert anstatt frisch gezapft. Und was das Sauberhalten des Gebäudes angeht, müsste der SuS Rayen dann eine Reinigungsfirma engagieren. Möglich ist das alles, aber es ist für Voß und seine Mitstreiter nur die zweitbeste Lösung.

Denn schließlich — und da geht es auch um die Zukunft des Vereins — kostet das alles Geld. Die Stadtverwaltung hat eine Haushaltssperre verhängt, Investitionen in das Gebäude, etwa für neue Sanitäranlagen, sind fürs erste nicht zu erwarten. "Wir haben ein Schreiben der Stadt erhalten, dass wir uns selber um den Energie-Pass für das Bergheim kümmern müssen", berichtet Hans-Peter Jansen. Auch das will bezahlt sein. Hansjoachim Voß will allerdings nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht: "Wir beschweren uns nicht über die Stadt. Sie hat erst vor wenigen Jahren für 50 000 Euro dem Heim ein neues Dach nach modernsten Standard verpasst. Dafür sind wir dankbar."

Eine mögliche Lösung, um künftigen Aufwand gegenzufinanzieren, seien mehr private Feiern im Bergheim, sagt Voß. Das Heim ist gemütlich und die Lage für Partys ideal, denn es gibt keine direkten Nachbarn. Für Essen und Trinken müssten die Nutzer in diesem Fall selbst sorgen. Immer vorausgesetzt natürlich, dass sich nicht doch ein neuer Betreiber findet.

(RP)
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