Neubau verdoppelt die Zahl der Sozialwohnungen in Rheurdt

Sechs barrierefreie Appartements zu 5,55 Euro pro Quadratmeter : Neubau verdoppelt die Zahl der Sozialwohnungen in Rheurdt

Am Hochend wird das Grundstück für zwei neue Doppelhaushälften mit sechs Wohnungen vorbereitet. Baustart ist im Herbst, Fertigstellung 2020.

Der Bauzaun am Hochend 74a steht, das Grundstück wird vorbereitet – die Baugenehmigungen und Fördermittel sind da: In den nächsten Tagen kann dort der eigentliche Baubeginn gefeiert werden. Der Moerser Unternehmer Michael Stracke will dort zwei ganz besondere Doppelhaushälften errichten. Jede von ihnen wird drei Sozialwohnungen enthalten. Der Quadratmeterpreis liegt nach Strackes Angaben bei 5,55 Euro.

Voraussichtlich im Jahr 2020 werden die sechs neuen Sozialwohnungen bezugsfertig sein – und die Menge an öffentlich geförderten Sozialwohnungen in Rheurdt von bislang sechs auf dann zwölf verdoppeln.

Das Besondere: Alle Wohnungen sind barrierefrei, zum Beispiel mit ebenerdigen Duschen ohne Schwellen. In die obere Etage geht es für die künftigen Bewohner via Aufzug. Die beiden Erdgeschosswohnungen sind zudem mit Haltegriffen in den Bädern, extra breiten Zimmer- und Wohnungstüren und weiteren Details so ausgestattet, dass dort Rollstuhlfahrer einziehen und sich mühelos und ohne fremde Hilfe in den eigenen vier Wänden bewegen können. Bauunternehmer Stracke weiß: Solche Wohnungen sind begehrt.

Ein Sitz- und Grillplatz für die künftigen Mieter und pro Wohnung eine Garage komplettieren das Wohnungsbauprojekt. „Nach anfänglichen Hindernissen und Schwierigkeiten, hat jetzt doch alles ziemlich reibungslos geklappt“, sagte Michael Stracke unserer Zeitung. Zunächst hatte die Gemeinde im vergangenen Jahr den Bedarf an Sozialwohnungen in Rheurdt verneint – sich nach einer Rückfrage beim Kreis dann aber umentschieden.

Die 45 bis 70 Quadratmeter großen Wohnungen wenden sich vor allem an Single- und Zwei-Personenhaushalte. Eine Wohnungsgröße, die mit Blick auf die älter werdende Bevölkerung einen demographischen Trend trifft. Dies gilt sowohl für Rheurdt als auch andernorts am Niederrhein. Wer in den Genuss der günstigen und barrierefreien Wohnungen kommen will, muss allerdings einen Wohnungsberechtigungsschein beantragen. Und schnell sein: Der Bauherr führt bereits jetzt eine Interessentenliste für die sechs barrierefreien Sozialwohnungen.

Für öffentlich geförderte Wohnungen in Rheurdt hatten sich 2016 die Grünen stark gemacht. Auf ihren Antrag hin beschloss der Rat, der Bürgermeister möge bei der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Geldern (GWS) darauf drängen, solche Wohnungen in der Gemeinde zu bauen. Die winkte ab, Unternehmer Stracke aber zeigte Interesse.

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