Neubau in Neukirchen-Vluyn: Die AWO legt noch eine Schüppe drauf.

Neubau der Begegnungsstätte in Neukirchen-Vluyn : Die AWO legt noch eine Schüppe drauf

An der Max-von Schenkendorf-Straße in Neukirchen entsteht das neue Awo-Haus. Es verbindet Tagespflege mit einer Begegnungsstätte.

Nun geht es richtig los mit dem Awo-Neubau an der Neukirchener Max-von-Schenkendorf-Straße. Jochen Gottke, (Awo-Kreisvorstand), Sabine Haps (ausführendes Bauunternehmen), Architekten Armin Kleinlützum und Jochen Hiller sowie und Claudia Wilps (stellvertretende Bürgermeisterin) trafen sich im Barbaraviertel zum symbolischen Spatenstich. Hinzu kamen Awo-Mitglieder und Anwohner. Unter ihnen auch einer der ältesten Mitglieder, der 94-jährige Hans Schröder.

Der Awo-Neubau soll im Herbst des kommenden Jahres fertiggestellt werden. Rund eine Million Euro kostet die Maßnahme mit Abriss des alten Gebäudes und dem Neubau. Er wird eine Tagespflege des Awo-Kreisverbandes und die neuen Räumlichkeiten des Awo-Ortsverbandes beherbergen. Der Ortsverband bekommt zu Büroräumen, Küchenflächen und sanitären Einrichtungen wieder einen funktionalen Saal. Vor dem Gebäude an der Straßenseite soll eine Boule-Bahn entstehen. Eine großzügige Terrasse steht den Besuchern der Awo-Begegnungsstätte zur Verfügung. Das eingeschossige Haus ist zugleich Treffpunkt und Veranstaltungsort für Feierlichkeiten.

Der Neubau fügt sich gut in das Areal, auf dem bereits die 27 barrierefreie Awo-Wohneinheiten stehen und das für rund 40 Personen das Zuhause ist. 14 Tagespflegeplätze bietet die Awo-Tagespflege, die sich im hinteren Gebäudekomplex auf 260 Quadratmetern ansiedeln wird. Sabine Buschmann ist dort wie auch im Moerser Willy-Brandt-Haus Pflegedienstleiterin. „Wir bieten montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr einen strukturierten Tagesablauf mit drei Mahlzeiten und entsprechenden Aktivitäten für den Tag“, so die Pflegedienstleiterin über das Angebot, das pflegende Angehörige entlastet. Zum Service gehört ein Fahrdienst, der die Tagesgäste holt und wieder nach Hause bringt.

„Ich glaube, dass wir ein gutes Angebot schaffen, bei dem sich Menschen zuhause fühlen“, so Jochen Gottke über das Quartiersprojekt, das älteren Menschen das Leben in der vertrauten Umgebung ermöglicht. Er spricht von der Quadrologie und meint das Zusammenspiel von Wohnen, Pflege, Begegnung und Spiel an einem Ort. Die Architekten Arno Kleinlützum und Jochen Hiller haben den eingeschossigen, barrierefreien und lichtdurchfluteten Bau mit Photovoltaikanlage auf dem Dach geplant. „Für uns war es eine große Freude und Herausforderung zugleich, ein bauliches Konzept für Begegnung und Tagespflege zu entwickeln“, sagte Arno Kleinlützum beim offiziellen Spatenstich.

Laut Planung soll bereits im Winter der Rohbau stehen. Wehmut bestimmte den Abriss im Frühjahr. „Als die Bagger kamen, hatte ich Tränen in den Augen“, erinnert sich Gottke. Das Haus, das Oskar Kühnel und seine Mitstreiter viele Schweißtropfen gekostet hat, wurde abgerissen, um einer neuen Idee Raum zu geben. „Mit 70 Jahren hatte das Haus sein Alter erreicht. Der Platz ist ideal für einen Ersatzbau“ so Gottke. Dass in diesem Fall das Zeitmanagement abgestimmt ist, gibt Planungssicherheit. „Wir sind gebrannte Kinder“, so Gottke mit Blick auf die Wohneinheiten, die nach beinahe vierjähriger Verzögerung bezugsfertig waren. Rund 270 Mitglieder zählt der Awo-Ortsverband.

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