1. NRW
  2. Städte
  3. Neukirchen-Vluyn

Neukirchen-Vluyn: Musikschule drohen finanzielle Probleme

Neukirchen-Vluyn : Musikschule drohen finanzielle Probleme

Der Verein Musikschule Neukirchen-Vluyn hat den bestehenden Vertrag mit der Stadt gekündigt und möchte einen neuen aushandeln. Ihre Wünsche: Höhere Zuschüsse und die Aufnahme von mehr Schülern aus anderen Kommunen.

Rund 800 Kinder und Jugendliche werden derzeit in der Musikschule Neukirchen-Vluyn unterrichtet. Es gibt die musikalische Früherziehung, Unterricht in den verschiedenen Instrumentengruppen und auch die Aufführungen des eigenen Musiktheaters.

Doch ein solches Angebot muss finanziert werden, und darüber stehen die Schule und die Stadt Neukirchen-Vluyn nun in Verhandlungen. In der kommenden Sitzung des Bildungsausschusses wird die Politik über die Zuschüsse für die Musikschule diskutieren müssen.

Der Anlass: Die Einrichtung hat den bestehenden Vertrag mit der Stadt zum 31. Dezember 2017 gekündigt. Der städtische Zuschuss ist einer der wesentlichen Punkte in diesem Vertrag. "Wir hoffen auf einen neuen Vertrag, der ab Januar 2018 gelten soll", erklärt Steffen Molderings, der Leiter der Musikschule.

In diesem neuen Vertrag soll dann, so wünschen es sich Molderings und seine Mitstreiter, ein höherer Zuschuss festgelegt werden. Der Vorstand des Vereins Musikschule Neukirchen-Vluyn bittet um eine Erhöhung auf jährlich 100.000 Euro. Im Jahr 2014 waren jährlich 94.000 Euro festgesetzt worden. Außerdem fragt der Verein um eine "Gleitzone" in Höhe von 15.000 Euro an. "Dieser Zuschuss soll nach Abschluss des Haushaltsjahres zu etwaigen Kompensation eines Saldos bei Bedarf dienen", heißt es in der Ausschussvorlage der Verwaltung. Und noch etwas soll im neuen Vertrag geändert werden: Der Musikschulverein schlägt vor, die Regelung, dass mindestens 90 Prozent der Schüler aus dem Stadtgebiet von Neukirchen-Vluyn kommen sollen, aufzuheben. Es gebe viele Interessenten von außerhalb.

Ohne solche Änderungen könnte laut dem Vereinsvorstand die Musikschule in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Im Gespräch mit der Verwaltung, so steht es in der Ausschussvorlage, hätten die Vereinsvertreter erklärt, "dass auch bei sparsamster Haushaltsführung" ein wachsendes Defizit kaum vermeidbar sei. "Es wurde auch dargelegt, dass die Rücklagen bis auf das Minimum reduziert worden sind", heißt es weiter.

"Wir haben von der Schule das Signal bekommen, dass es so nicht weiter geht", fasst Margit Ciesielski zusammen, die zuständige Beigeordnete der Stadt. Auch Steffen Molderings, ohne die Lage zu dramatisieren, erklärt: "Wir müssten ohne diese Änderungen Preise nehmen, die schwer akzeptabel wären." Diese Befürchtung ist auch in der Ausschussvorlage formuliert: Der Vorstand des Musikschulvereins rechne damit, "dass eine weitere Schulgelderhöhung mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zu höheren Einnahmen, sondern, bedingt durch Abmeldungen, eher zum Einnahmenrückgang führen würde."

In der Ausschuss-Sitzung wird nun beraten, Vertreter der Musikschule sind dabei. Die Entscheidung der Politik über einen neuen Vertrag soll dann in der Ratssitzung am 27. September fallen.

(s-g)