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Neukirchen-Vluyn: Müll und Belästigung: Ein Durchgang sorgt für Zoff

Neukirchen-Vluyn : Müll und Belästigung: Ein Durchgang sorgt für Zoff

Anwohner der Straße Am Schmitzfeld beschweren sich über Betrunkene, Vandalismus und Diebstähle. Sie wollen einen Zugang sperren lassen.

Sie strahlt bürgerliche Behaglichkeit aus, die Straße Am Schmitzfeld in Vluyn. Eine verkehrsberuhigte Zone mit Einfamilienhäusern, fröhlichen Türschildern und Vorgärten im leicht asiatischen Stil. Störungen von außen, man ahnt es, werden hier ungnädig aufgenommen.

Ein Anwohner hat im Namen der Nachbarschaft ein Schreiben an die Stadt verfasst. Darin wird gefordert, den westlichen Teil der Straße wieder in eine Sackgasse zu verwandeln und den dortigen Durchgang zu verschließen. Bekräftigt wird dies durch eine Unterschriftenliste.

Denn aus dieser Richtung, behauptet der Schreiber, komme Ungemach. Kinder und Eltern würden "mit teils stark alkoholisierten ausländischen Mitbürgern konfrontiert, die den Weg als Abkürzung über den Spielplatz (ab 14 Jahren nicht erlaubt!) in den Ortskern nutzen". Auf der Straße und dem Spielplatz würden leere Alkoholflaschen und Kippen entsorgt, die Eltern müssten den Unrat dann wegräumen. "Auch Diebstähle sind an der Tagesordnung, so dass volle Bierkästen von an den Weg grenzenden Terrassen, Blumengestecke sowie leider auch ein Hochdruckreiniger entwendet worden sind." Fazit des Anwohners: "Für unsere Kinder und unser Sicherheitsempfinden kein Ruhmesblatt, zumal viele Familien gerade auf Grund der erhofften Sicherheit aus Ruhrgebietsgroßstädten ins eigentlich beschauliche Vluyn gezogen sind."

Diese Beschwerde war am Mittwoch Thema im Stadtentwicklungsausschuss. Die Stadtverwaltung war in der Vorlage zu dem Schluss gekommen, dass es keinen Grund gebe, den Durchgang zu schließen. Doch die Politik wollte nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Die CDU-Vertreter im Ausschuss zeigten für die Sorgen der Anwohner verständnis. "Wir haben mit den Leuten vor Ort gesprochen", sagte Fraktionsvize Günter Fesselmann. "Dieser Durchgang macht keinen Sinn." Der stellvertretende Bürgermeister Kurt Best (CDU), der nur einige Straßenzüge entfernt wohnt, erläutert: "Die Klientel, von der in dem Schreiben gesprochen wird, kommt größtenteils von den Problemhäusern am Kieferweg." Auch dort gebe es viel Vandalismus. So sei die Bitte der Anwohner verständlich: Gerade in der dunklen Jahreszeit ziehe der schlecht beleuchtete Durchgang fragwürdige Leute an.

Gerd Lück (SPD) erklärte, seine Fraktion wolle erst einmal klären lassen, inwieweit der Durchgang genutzt werde. Die Verwaltung sollte die Anlieger der Straße Am Schmitzfeld befragen, wie wichtig für sie der Weg sei. Die CDU lehnte dies als Verschwendung von Zeit und Kosten ab und stellte den Antrag, den Durchgang zu schließen. Dem schlossen sich die Vertreter der Fraktionen FDP/Piraten und NV AUF geht's an. Die Grünen stimmten dagegen, die SPD-Vertreter enthielten sich. Nun muss der Rat in seiner nächsten Sitzung diese Empfehlung des Ausschusses noch absegnen.

(RP)