Mit dem Segway den Niederrhein entdecken

Touren am Niederrhein : Mit dem Segway die Halde entdecken

Knapp 20 geführte Touren durch die Region mit den Einpersonen-Transportern bietet Michael Hardt an. Diesmal ging es hinauf auf die Halde Norddeutschland.

Ein kleines Trüppchen hat sich für die Tour auf dem Parkplatz vom Klingerhuf verabredet. Mittendrin Michael Hardt mit seinen Segways, die er nach und nach aus dem Transporter auslädt. Der 52-Jährige ist der Guide – der Mann, der weiß, wie es geht und wohin die Tour führt. Knapp 50 Kilo wiegt ein Segway, das als zweirädriges Elektrofahrzeug für einen Freizeitspaß der besonderen Art sorgt. „Wir werden rund zwei Stunden unterwegs sein“, erklärt Hardt. Vom Klingerhuf aus soll es zunächst durch das nahegelegene Wäldchen gehen, vorbei am Paschenhof über die Geldernsche Straße und entlang des Haldenfußes hoch zum Top der Halde Norddeutschland.

Zunächst geht es um Theorie, ein Kennenlernen des Gefährts und das Beherrschen der Technik. Denn der „Seggy“ reagiert anders als ein Fahrrad. Er gleicht jede Bewegung aus. Für einige Teilnehmer ist es eine Premiere, später wie ein Zinnsoldat aufrecht stehend durch die Natur zu rollen. Das Aufsteigen will gelernt sein. Eine Hand hält die Lenkstange, mit der balanciert und gesteuert wird, während der Fahrer auf die kleine Plattform des Cockpits steigt, die zwischen den nebeneinanderliegenden Rädern liegt. Das klappt schon ganz gut, wie Hardt feststellt. Ähnlich auch das konsequente Absteigen nach hinten weg. Neugier übertrumpft den Respekt vor dem noch unbekannten Gefährt, das später ein bisschen das Gefühl vom Fliegen sorgen wird.

Zum Einfahren geht es im Schildkrötmodus mit sechs Stundenkilometern über den Platz. „Das Symbol Schildkröte auf dem Display hat für den Namen gesorgt“, so Hardt. „Mit leichter Verlagerung des Oberkörpers wird man schneller. Geht der Oberkörper zurück, verlangsamt sich die Fahrt. Einfach Mut haben, ausprobieren und nach vorne schauen. Entspannt bleiben. Das klappt instinktiv“, so Hardt über die Steuerung per Gleichgewicht.

Gelenkt wird nicht wie beim Fahrrad, sondern man zieht die Lenkstange in die angesagte Richtung. Immer flotter wird die Truppe und schnurrt hörbar über das Übungsgelände. Schon die Einweisung macht sichtlich Spaß. „Wir sind 2012 mit dem Segway rund um den Baldeneysee gefahren“, erzählt Daniela Diwell (38), die mit ihrem Mann André (40) teilnimmt. „Die Tour ist mein Geburtstagsgeschenk. Habe ich mir gewünscht“, verrät sie.

Dass es auf die Halde Norddeutschland gehen sollte, war eine echte Überraschung. „Ich kenne das Gelände vom Joggen“, sagt Daniela. Die andere Perspektive in Reisegeschwindigkeit von 20 „Sachen“ hat für sie das gewisse Extra. Hardt hat zuvor noch einige Tipps für die sichere Fahrt parat: Nur nacheinander fahren und Hindernisse wie Bordsteine meiden. „Wir empfehlen immer das Tragen eines Helms“, so Hardt zum Punkt Sicherheit und eine weitere Ansage mit Nachdruck. „Kein Handy und keine Zigaretten während der Fahrt.“

Der 52-Jährige bietet seit einigen Jahren Segway-Touren am Niederrhein an. Knapp 20 sind es aktuell mit besonderen Zielen und Örtlichkeiten, wie in Neukirchen-Vluyn die Halde Norddeutschland. 65 Euro kostet die zweistündige Tour über Stock und Stein. Am Ende ist der Blick vom Haldentop über die weite niederrheinische Landschaft Belohnung genug, wie Daniela Diwell verrät. „Soweit das Auge reicht. Völlig andere Perspektive“, schwärmt sie nach der Tour.

Den bequemen Einachser sieht sie allerdings nicht als ständigen Begleiter an. „Das Auto möchte ich grundsätzlich nicht tauschen. Wir leben im ländlichen Raum. Und wir sind eine bewegungsfreudige Familie, aktiv und viel mit dem Rad unterwegs“, so die 38-Jährige. Als Outdoor-Vergnügen sei die Tour aber „absolut empfehlenswert. Eine coole Sache!“, so die Schaephuysenerin.

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