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Mit dem Honigfahrrad zu den Kunden

Besonderes Angebot aus Rheurdt : Mit dem Honigfahrrad zu den Kunden

Frank Peifer-Weiss liefert das süße Bienenprodukt mit einem Pedelec aus, dessen Strom er mit einer Photovoltaikanlage selbst erzeugt.

Fahrradgefahren ist Frank Peifer-Weiß schon immer, bis zu seinem 37. Lebensjahr teilweise mehr als 10.000 Kilometer im Jahr als Rennradfahrer. Seit seinem 47. Lebensjahr ist der Schaephuysener auch Imker. So war er sofort von der Idee eines Honigfahrrades begeistert, von der er im März auf einer Imkermesse in Münster hörte. Seit Juli besitzt Frank Peifer-Weiß ein Honigfahrrad, mit dem er Honig zu seinen Kunden nach Neukirchen-Vluyn, Rheurdt und Tönisberg bringt.

36 Gläser bringt er auf seinem Pedelec unter, zwölf in einem Weidenkorb vor dem Lenker und 24 auf dem Gepäckträger. „Eine Elektroauto wiegt mindestens eine Tonne, ein Elektrofahrrad mit Fahrer nur ein Zehntel davon“, sagt der Imker. „Der Energieverbrauch beträgt nur ein Zehntel. Ein Fahrrad ist viel ökologischer als ein Auto.“ Das ist dem Architekten wichtig, der mit seiner Frau in der Nähe der Hubertuskirche ein Haus gebaut hat, auf dessen Dach ein Photovoltaikanlage Sonnenlicht in Strom umwandelt.

„Die Anlage erzeugt mehr Strom als wir verbrauchen“, erzählt Frank Peifer-Weiß. „Ich lade das Fahrrad, wenn die Sonne scheint, also CO2-neutral.“ Dieses Fahrrad ist kein Lastenfahrrad, sondern ein normales Fahrrad mit Damenrahmen, das in den beiden Körben 25 Kilogramm zuladen kann. Es stammt vom Hersteller Gazelle und wird über einen Motor von Bosch unterstützt, der ins Tretlager integriert ist. „Lastenfahrräder sind nicht für den Niederrhein geeignet“, erklärt Peifer-Weiß. „Sie sind für die meisten Fahrradwege zu breit und lassen sich nicht so leicht manövrieren. In den Niederlanden sieht das ganz anders aus.“

300 Kilometer ist der Hobby-Imker in den ersten drei Monaten mit dem Honigfahrrad unterwegs gewesen, um Kunden das süße Bienenprodukt zu bringen, das von gut 30 Bienenvölkern gesammelt wird. Mit dem Fahrrad ersetzt er das Auto nicht, reduziert aber dessen Einsatz. Auf kurzen Strecken, zum Beispiel wenn er Honig zeitnah zum Schaephuysener Edeka-Markt „Nah & Gut“ bringt, steigt er immer auf das Fahrrad. „Der Edeka-Markt von Angela Hoyer ist mein größter Abnehmer“, erzählt der der Schaephuysener, der seit neun Jahren selbst Honig herstellt. Das Auto packt er voll, wenn er die 500-Gramm-Gläser mit Raps-, Linden- oder Waldblütenhonig nach Duisburg bringt, wo er mehrere Kunden gleichzeitig beliefert, die zusammen bestellen. Dort kennt er viele Honigfreunde aus seiner Zeit, als er Architekt in der Handels- und Montanstadt war.

„www.honigfahrrad.de ist eine geschützte Marke“, erzählt Frank Peifer-Weiß vom www.schaephuysen.honigfahrrad.de. „Sie wurde von Matthias Schlörholz erfunden. Er ist Imker in Plankstadt bei Heidelberg. Im Radius eines Honigfahrrades, gut zehn Kilometer, ist kein zweites Honigfahrrad zu finden. Die nächsten Honigfahrräder gibt es in Xanten und Duisburg-Huckingen. Ein Honigfahrrad steht für ein regionales Produkt, eine direkte Vermarktung und eine ökologische Imkerei.“