Jeckes Jubiläum in Neukirchen-Vluyn: "Mit 66 ist lange nicht Schluss"

Jeckes Jubiläum in Neukirchen-Vluyn : "Mit 66 ist lange nicht Schluss"

Die Karnevalsgesellschaft Vlü-Ka-Ge feierte ihr langjähriges Bestehen. Es gab Musik und Spaß, aber auch einen nostalgischen Rückblick.

Sechs närrische Jahrzehnte feierte gestern die Neukirchen-Vlü-Ka-Ge. Die rot-weiße Karnevalsgesellschaft hatte zu einer Jubiläumsgala in die Vluyner Kulturhalle eingeladen, ganz nach dem Motto "Mit 66 Jahren ist noch lange noch nicht Schluss", wie die Möhnen mit dem Ohrwurm von Udo Jürgens intonierten.

Die Besucher der befreundeten Vereine boten ein buntes Bild. Hingucker mit üppigem Pfauenschmuck waren das weibliche Dreigestirn aus der Hochschulstadt Kamp-Lintfort wie auch die anderen Majestäten in festlicher Amtstracht. Ein buntes Programm sorgte für Stimmung mit Sing- und Tanzbeiträgen. 66 Jahre Frohsinn und Brauchtum zu pflegen, ist für den Präsidenten Jörg Thiem zugleich eine gemeinschaftliche Leistung. "Es gibt immer wieder großartige Menschen, die unseren Karneval nach vorne bringen." Gemeint waren unter anderem die Aktiven, Sponsoren, Ehrenmitglieder, Senatoren wie auch die Senatorendamen, angespornt durch ihre Vorstände, für die Session ihr Scherflein zum Gelingen beizutragen.

66 Jahre erlauben einen Rückblick, wie Thiem ausführte. Karneval sei zugleich eine Herausforderung vor dem Hintergrund von wenig kalkulierbarem Wetter, von erhöhten Sicherheitsauflagen und nicht zuletzt von angedrohten terroristischen Anschlägen. Doch der Geist des Karnevals umschiffe alle diese Klippen, "denn Karnevalisten stehen zusammen und helfen sich untereinander", formulierte Thiem das Patentrezept.

Der glanzvolle Einmarsch aller Abteilungen zeigte erneut: Die Vlü-Ka-Ge hat in den Herzen der Menschen einen Stammplatz erobert, wie auch Kommunal-, Landes- und Bundespolitiker bei der Ordensverleihung konstatierten. Kerstin Radomski (MdB) bestätigte der Jeckenkoalition (Jeko), dass 66 Jahre Frohsinn in Zeiten von Ballermann und Oktoberfest mit Bravour gemeistert wurden. Die zukünftige Aufgabe laute daher, die Karnevalstradition zu bewahren.

Natürlich war das Jubiläum auch ein Anlass, um in die Vereinsgeschichte zurückzuschauen. Kurt Best, stellvertretender Bürgermeister, stieg dafür in die Bütt und erinnerte an den Anfang im Jahr 1952. Die Gründer im Ortsteil Vluyn waren Theo Terporten, der erster Präsident wurde, Heinrich Gerling und Heinz Schild. "Die Vereinsgeschichte ist auch ein Rückblick in unsere Lokalgeschichte", so Best und erinnerte an Traditionsgaststätten wie Bruckhaus, Hackstein oder den Glück-auf-Saal. Die Neukirchener mit Max Hennek zogen nach und gründeten 1968 die Gesellschaft Rot-Weiß-Neukirchen.

Drei Jahre später zogen die Jecken beider Ortsteile in Sachen Narretei an einem Strick, stellten Prinzenpaare wie Präsidenten. Die Bilanz könne sich sehen lassen, Jung und Alt feierten zusammen, Kinder würden in den Tanzgarden an die traditionelle Vereinsgemeinschaft herangeführt, würdigte Best.

Geehrt wurden verdiente Mitglieder: für elf Jahre Zugehörigkeit zur Großen Tanzgarde Lea Hold, für 22 Jahre Mitgliedschaft Hans-Gerd Sauermann und Norbert Wehren. Mit dem BDK-Orden ausgezeichnet wurden für 33 Jahre Paul Gerd Wiethoff, für 44 Jahre Klaus-Dieter Schülting und in Abwesenheit Altbürgermeister Peter Bongardtz.

Weiter geht es mit den Sitzungen, so am Freitag 26. Januar, bei der Kabarettist Markus Krebs auftritt.

(sabi)
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