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Michael Erb ist seit zehn Jahren Pächter der Kulturhalle

Michael Erb blickt auf zehn Jahre zurück : Pächter: „Das Kuca hat viel Potenzial“

Seit zehn Jahren ist Michael Erb Pächter der Vluyner Kulturhalle. Das Kulturcafé ist zur guten Stube Vluyns geworden. Der Mix an Gastronomie und Veranstaltungen kommt bei Publikum an.

Für den Gastronomen und Pächter der Vluyner Kulturhalle, Michael Erb, ist das Jahr 2020 ein ganz besonderes. Seit einem Jahrzehnt betreibt er die Kulturhalle mit dem beliebten Kulturcafé, dem Kuca. Er hat es zur guten Stube im Ortsteil Vluyn gemacht und einen Mittelpunkt geschaffen.

Die Kulturhalle, damals noch reiner Veranstaltungsort, gestaltete er mit seinem gastronomischen Konzept um. Zum Saalbetrieb kam das Kuca, das dem Gast heute ein reichhaltiges Frühstück, Mittagstisch und am Nachmittag den hausgemachten Kuchen bietet. Die Abendkarte lässt den Tag mit Flammkuchen, Fleisch- und Fischgerichten oder Snacks zu Bier und Wein ausklingen. Angesagt ist bei warmen Temperaturen die Außenterrasse. Familienfeiern und Betriebsfeste lassen sich dort gut feiern. Die Afterworkparty ist seit fünf Jahren in der Kulturhalle zuhause und zieht Partygänger magisch an, ebenso wie die WDR4-Disco-Partys. Beliebt ist der vorweihnachtliche Markt in der Halle. Regelmäßig stellen Kunstschaffende ihre Arbeiten aus.

„Mir ging es von Anfang an darum, in Vluyn eine Gastlichkeit in nettem, gepflegten Ambiente zu schaffen, in dem sich die Gäste wohlfühlen. Dabei haben mir viele Menschen geholfen“, sagt der 63-Jährige im Rückblick auf die zehn Jahre. Modern und trendig ist die Einrichtung im Kuca und somit der richtige Ort für kleinere Veranstaltungen. Zu den großen Terminen aus dem städtischen Veranstaltungsprogramm im Saal mit Comdey- und Kabarettgrößen wie Ingo Appelt oder Jürgen Becker gehört das kleine, feine Hausprogramm mit Konzerten im Kuca, mal Klassik oder Jazz, mal Pop. Erb selber sorgt als klassisch ausgebildeter Countertenor für manchen Musikabend, zu dem er Kolleginnen und Kollegen einlädt. Er singt bei den Restroom Singers, dem Vokalensemble des Duisburger Polizeichores, mit. Mit der Stadt hat Erb sich auf eine Kooperation verständigt. „Ich bediene mit meinem Programm die Sparte Musik. Das war ein Wunsch unserer Besucher. Das städtische Kulturprogramm bietet Comedy-Veranstaltungen, zu denen Besucher mittlerweile aus dem ganzen Ruhrgebiet kommen.“ Auch Hildebrandt und Wader traten schon auf.

Für dunkle Wolken sorgte das Brandschutzgutachten, das im März 2013 zur sofortigen Schließung vom Museum in der ersten Etage und der Kulturhalle führte. Von jetzt auf gleich. Lediglich der KuCa-Betrieb blieb erhalten. „Eine schlimme Situation damals. Ich war kurz davor, aufzugeben. Doch Gäste haben mir immer wieder Mut gemacht. Eine wirklich tolle Unterstützung, für die ich sehr dankbar war“, sagt Erb, der zur damaligen Zeit auch gesundheitliche Einschläge wegstecken musste.

Der Blick in die Zukunft fällt positiv aus. Der Pachtvertrag läuft noch knapp sechs Jahre. Nach und nach will sich Erb aus dem operativen Geschäft zurückziehen, da er mit seinem Juniorpartner und langjährigen Mitarbeiter Axel Tappertzhofen die Weichen gestellt hat. Erb: „Das Kuca hat viel Potenzial.“ Unterstützt wird Tappertzhofen von Freundin Laura Rodermund, die vor Jahren an der Hochschule Rhein-Waal und im Gastrobetrieb Kulturhalle ihr Duales Studium absolvierte. „Wichtig ist in der Gastronomie, sich frühzeitig um die Nachfolge zu kümmern“, so Erb, der auch Vizepräsident der Dehoga Nordrhein ist. Gastronomie sei heute ein hartes Brot; Systemgastronomie überhole die Individualgastronomie. „Man muss Gastronomie mit Event verbinden und flexibel sein.“ Der alleinige Restaurantbetrieb gestalte sich schwierig. „Wir arbeiten alle unter veränderten Bedingungen und haben hohe bürokratische Auflagen.“ Dazu zähle die Dokumentationspflicht in allen Bereichen, Allergien-Kennzeichnungspflicht, Fachkräftemangel, Mindestlohn und seit neuestem die Bonpflicht.