Mehr und vielfältigere Blühflächen für Rheurdt

Rheurdt : Mehr und vielfältigere Blühflächen für Rheurdt

Gemeinde holt Rat bei Naturschutzzentrum ein.

Fast 10.000 Quadratmeter Blühstreifen hat die Gemeinde Rheurdt in diesem Jahr neu einsäen lassen. 7000 davon liegen am Lilienweg, wo ein neues Regenrückhaltebecken entstand. 4000 Quadratmeter Wildgräser und Wildblumen wachsen im Becken und an den Böschungen, 3000 auf einer Fläche darüber. Hinzu kommen viele kleinere Blühflächen in der Ökogemeinde, zum Beispiel am Regenrückhaltenbecken „An Deckers“, an der Grundschule, an der Bahnstraße, im Alten Garten und am Beginn der Vluyner Straße in Schaephuysen.

Die Maßnahmen gehen auf ein Konzept zurück, das 2018 politisch beschlossen wurde. Ziel ist es, Blühflächen anzulegen, um die Lebensbedingungen der Insekten zu verbessern. Die Verwaltung wurde beauftragt, zu untersuchen, ob sich gemeindeeigene Flächen als Blühflächen eignen. Udo Hövelmans, Fachbereichsleiter im Rathaus, nahm Kontakt mit dem Nabu-Naturschutzzentrum in Kapellen bei Geldern auf, um sich beraten zu lassen. Eine Biologin und er schauten sich die Regenrückhaltebecken Heymeshof, Maaßensteg-Nord und Steinstraße/Am Paschweg an. Da viele Wildgräser wuchsen, vereinbarten sie eine zweite Besichtigung im Mai 2019.

Der Nabu schlug Maßnahmen vor, um den Strukturreichtum in den Blühflächen zu erhöhen, wie Hövelmans jetzt im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Ökologie berichtete. Eine davon ist, zu unterschiedlichen Zeiten zu mähen und das Schnittgut, die Mahd, abzutragen, damit sich eine vielfältigere Flora entwickeln kann. So verschob die Gemeinde die erste Mahd auf einigen Flächen von Mitte Juni auf Anfang Juli. Die zweite Mahd erfolgt im Oktober. Dabei wäre die Artenvielfalt in diesem Jahre größer gewesen, wenn es im Sommer mehr geregnet hätte. „Die Trockenheit hat uns zu schaffen gemacht“, sagte Hövelmans. Optimal für Insekten und Tiere sei es, wenn unterschiedliche Pflanzen mit unterschiedlichen Blühzeiten durchgehend von März bis Oktober blühen.

Neben Flächen in und an den Regenrückhaltebecken wandelt die Gemeinde Parkplätze und Straßenbegleitgrün um. „Das ist langwieriger, weil die Verkehrssicherheit an einer Fahrbahn zu gewährleisten ist“, berichtete der Fachbereichsleiter. Die Sicht dürfe nicht eingeschränkt sein. Außerdem lässt die Gemeinde 22 Rasenflächen, die sie bislang wöchentlich geschnitten hat, nur noch ein- oder zweimal im Jahr durch Mitarbeiter von Haus Freudenberg mähen, also im November oder im Juli und November. Auf diesen fast 4800 Quadratmetern sollen Wildgräser mehr Zeit haben, sich zu entwickeln.

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