Rheurdt Mastanlage: Landwirt stellt neuen Antrag

Rheurdt · In der Bevölkerung regt sich Widerstand gegen das Bebauen der Höhenzüge, es soll eine Unterschriftenaktion geben. Ursprünglich sollte die Großstallung auf halber Höhe gebaut werden. Ein Gutachten verhinderte jedoch diesen Plan.

 Auf den Schaephuysener Höhen soll die Mastanlage gebaut werden - auch wenn sich Widerstand regt.

Auf den Schaephuysener Höhen soll die Mastanlage gebaut werden - auch wenn sich Widerstand regt.

Foto: Klaus Dieker

Peter Benger, der Landwirt, der auf den Schaephuysener Höhen eine Rindermastanlage für 250 Tiere errichten will, hat seine Pläne im Gespräch mit der Rheinischen Post bekräftigt. "Ja, ich werde ganz sicher da bauen", sagte er. Zuvor hatten Äußerungen des Kreises Kleve für Verwirrung gesorgt.

Der Kreis hatte Informationen über den Strand des Genehmigungsverfahrens verweigert mit dem Hinweis, dass kein Bauantrag vorliege. Der dürfte inzwischen beim Kreis eingegangen sein. Jedenfalls bestätigte Benger, nun alle Unterlagen zusammenzuhaben und einen neuen Bauantrag beim Kreis stellen zu wollen. Das Vorhaben stößt nicht nur bei vielen Rheurdtern und Schaephuysenern auf heftige Kritik. Inzwischen sind auch die Naturschutzverbände, die auf Kreisebene im Landschaftsbeirat sitzen und dort bei der Genehmigung ein Wort mitzureden haben, auf den Vorgang aufmerksam geworden. "In der Bevölkerung regt sich erheblicher Widerstand gegen das Bebauen der Höhenzüge als Verschandelung der Landschaft und aus historisch-geologischen (Bodendenkmal) Gründen. Eine Unterschriftenaktion ist in Planung", schreibt etwa Hermann-Josef Windeln vom Naturschutzbund Nabu aus Geldern.

Offenbar hat es diese Vorbehalte ursprünglich auch bei der Gemeinde Rheurdt und beim Kreis Kleve gegeben. Wie Recherchen unserer Zeitung ergaben, hatten sich der Landwirt sowie Vertreter von Gemeinde und Kreis nach Prüfung von sechs verschiedenen Standorten darauf geeinigt, dass die Anlage auf halber Höhe des Hügels errichtet werden sollte. Daraufhin erstellte die Verwaltung eine entsprechende Vorlage für die Sitzung des Gemeinderats am 3. November. Erst zwei Tage vor diesem Termin habe der Investor mitgeteilt, dass diese Lage laut einem Gutachten aus Immissionsschutz-Gründen nicht in Frage komme. Die Großstallung solle nun auf der Kuppe des Hügels in einem Landschaftsschutzgebiet entstehen.

Obwohl die Unterlagen so schnell nicht auf den aktuellen Stand gebracht werden konnten, befürwortete der Gemeinderat mit den Stimmen von CDU und SPD das Vorhaben, wenn auch mit dem Vorbehalt, dass der Kreis Kleve aus landschaftsschutzrechtlicher Sicht noch zustimmen müsste. Und genau diese Zustimmung für den Bau der Anlage auf der Höhe habe der Kreis auch in Aussicht gestellt, betont Benger. Allerdings lagen dem Kreis nicht die aktuellen Pläne des Investors vor. Offensichtlich hängen Vermessungsarbeiten auf der Höhe, die jüngst abgeschlossen wurden, mit dem neuen Standort des Projekts zusammen.

Die Politik im Kreistag ist offensichtlich erst durch die öffentliche Berichterstattung auf das Vorhaben aufmerksam geworden. Ob sich im Kreistag eine Mehrheit für eine Zustimmung findet, ist derzeit nicht absehbar.

Aber selbst wenn dies geschehen sollte, hätte der Investor keine Planungssicherheit. Nach Auskunft der Gemeindeverwaltung Rheurdt hätten die Naturschutzverbände Klagerecht.

(RP)
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