Literatur in Neukirchen-Vluyn: Georg Adler liest Theodor Fontane.

Literatur in Neukirchen-Vluyn : Georg Adler liest Theodor Fontane: „kleine Freuden“

Der Schauspieler und Rezitator Georg Adler war zu Gast in der Vluyner Kulturhalle. Er hatte Texte von Theodor Fontane im Gepäck, denn im Dezember wird der 200. Geburtstag des Dichters begangen.

Adler trug Gedichte, Romanauszüge und Balladen vor und würzte seine Lesung mit spannenden biographischen Informationen. So berichtete er, dass der Apothekersohn Fontane aus Neuruppin in der Mark Brandenburg seine Zeit lieber in den Berliner Cafehäusern als in der Schule verbrachte. Zunächst trat er in die Fußstapfen des Vaters und wurde Apotheker, bevor er mit 30 Jahren beschloss, als Schriftsteller tätig zu sein. Fontane war ein gefürchteter Theaterkritiker und ein Journalist, der zeitweise für den preußischen Staat in England arbeitete. Auch berichtete er über den deutsch-französischen Krieg 1870/71 und wurde in diesem Zusammenhang in Frankreich der Spionage verdächtigt und verhaftet. Erst mit über 50 Jahren wurde Fontane ein erfolgreicher Romanschriftsteller. Sein bekanntester Roman, Effi Briest, erschien 1896 als Buch.

Großen Anklang beim Vluyner Publikum fanden die Verse: „So muss man leben: die kleinen Freuden des Lebens aufpicken, bis das große Glück kommt. Und wenn es nicht kommt, dann hat man wenigstens die kleinen Glücke gehabt.“ Die Lesungen des 82-jährigen Duisburgers gehören sicherlich zu den kleinen Glücksmomenten. Er sei froh, in seinem Alter in ganz NRW als Rezitator unterwegs zu sein, erzählte Adler. Das halte ihn jung und fit.

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