Landwirte entzünden Mahnfeuer in Rheurdt

Protest in Rheurdt : Ein flammender Appell für die Landwirtschaft

Mit einem Mahnfeuer wollen Landwirte in Rheurdt auf ihre Sorgen aufmerksam machen.

Überall in Deutschland entzünden Landwirte derzeit Mahnfeuer, auch im Kreis Kleve, erklärt Wilhelm Hellmanns, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Geldern aus Kengen. „Die Mahnfeuer stehen als Zeichen für die Sorgen und Nöte von uns Landwirten“, so Hellmanns. Die Landwirte wollen auf ihre Existenzängste aufmerksam machen. Der Anstoß zu der landesweiten Mahnfeueraktion kommt von der neuen Bewegung „Land schafft Verbindung“.

In Rheurdt werden Mahnfeuer am 7. Dezember ab 17 Uhr an der B510, in Höhe der Firma landtechnik Hellmanns, entzündet. Es gehe darum, Politik wie Gesellschaft an die gemeinsame Verantwortung für den Schutz von Klima, Umwelt und Natur zu erinnern, sagt Hellmanns. Ein wichtiges Signal dazu gehe vom Agrargipfel aus, zu dem Bundeskanzlerin Angela Merkel Anfang Dezember eingeladen hatte. Jetzt müsse die Politik dranbleiben und die Landwirtschaft in die Entscheidungsprozesse, etwa zum Insektenschutz, einbeziehen.

„Uns geht es aber auch darum, mit Verbrauchern ins Gespräch zu kommen“, erklärt der Vorsitzende. „Wer von den Bauern mehr Schutz für Klima, Umwelt und Natur fordert, muss auch bei sich selbst anfangen und die richtigen Antworten an der Ladenkasse geben. Wir brauchen ein Umdenken beim Kauf und Umgang mit Lebensmitteln.“ Wenn man über Klima-, Umwelt- und Naturschutz rede, gehöre es auch dazu, alle Facetten einzubeziehen und die eigene Verantwortung anzunehmen. Den Landwirten gehe es nicht darum, sich nötigen Veränderungen gegenüber zu verschließen. „Es gibt Themen, die wir anpacken müssen, und da sind wir dran.“ Es sei aber wichtig, dass Landwirte in Veränderungsprozesse miteinbezogen und Entscheidungen nicht über ihre Köpfe hinweg getroffen werden. „Erfolgreicher Klima-, Umwelt- und Naturschutz kann nur gelingen, wenn er kooperativ ist und die Landwirte von Beginn an in die Entscheidungsabläufe mit einbezieht“, betont er. „Darum müssen wir miteinander sprechen.“