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Landkultur auf der Halde Norddeutschland

Landkultur : Musik und Meditation in luftiger Höhe

Im Rahmen der Reihe „Landkultur – Zimmer mit Aussicht“ fand am Sonntagabend eine ungewöhnliche Veranstaltung auf der Halde Norddeutschland statt. Unter anderem erklang eine Alphorn auf der Halde.

Abendsonne satt, ein leichter, warmer Wind und klare Sicht – das waren nur einige der Faktoren, die am Sonntag Abend für pure Urlaubsstimmung auf der Halde Norddeutschland in Neukirchen-Vluyn sorgten. Die Himmelsleiter hoch bis zum Haldenhaus zu steigen, hatte sich gelohnt. Das Trio David Helbrock Random Control lud zum Konzert unter freien Himmel ein. Dieter Schauenberg vom Kensho Sport- und Gesundheitszentrum setzte mit Meditationseinheiten sozusagen dem Ganzen die Krone auf.

Das Kulturformat, das Rüdiger Eichholtz, Vorsitzender von Kulturprojekt Niederrhein, auf die Beine gestellt hatte, zog. Die Vorgabe von 70, zu Corona-Zeiten möglichen Gästen auf Abstand, konnten die Veranstalter in Absprache mit der Stadt auf 99 aufstocken. Die Online-Anmeldeliste war schnell dicht. „Wir erleben einen wirklichen Ferientag“, freute sich Eichholtz, der bei seiner Planung im Rahmen von „Landkultur – Zimmer mit Aussicht“ auf die Spontanität der Musiker aus Voralberg setzen konnte. „Wir haben wenige Tage vor dem Konzert telefoniert. Bei schlechtem Wetter hätte es keine Alternative gegeben. Wir hätten absagen müssen“, so Eichholtz.

Mit Sack und Pack hatte sich das Trio mit den Musikern David Helbrock, Johannes Bär und Andreas Broger in der Nähe des Haldenhauses mit Klavier und jeder Menge an Blasinstrumenten inklusive Alphorn eingerichtet. Das Alphorn ist für Eichholtz passend und sozusagen einer der Schlüssel. „Berge, Bergbau, Blick in die weite Landschaft, das hat schon etwas Emotionales, das uns mit der Natur zugleich eine tiefe Verbundenheit spüren lässt“, so Eichholtz.

Er ist sich sicher, dass es auch nach der Corona-Zeit verstärkt kleinere Kulturformate unter freiem Himmel geben wird. „Das zieht Kreise“, so Eichholtz. Bereits das Kensho-Freiluftangebot mit Yoga in Höhe der Neukirchener Dorfkirche hat gezeigt, wie gut alternative Veranstaltungsorte ankommen. Das Moers Festival mit spontanen Aktionen auf Parkbühnen hat es vorgegeben. Helbrock, Broger und Bär spielten Jazzstücke ihrer aktuellen CD „Tour d‘Horizon“. Bekannte Standards verarbeiten sie in andere Formate und begeisterten durch ihre Spielfreude, Komposition und Improvisation die Zuhörer.

Für Susanne Grimm bot die Veranstaltung oben auf der Halde ein wahres Füllhorn von Elementen. „Weg und raus aus dem Alltag. Einfach Entspannung pur“, sagte sie. Das Haldentop sei an sich schon ein Kraftort. „In der Kombination mit dem Trio und ihrer Musik macht sich eine spürbare Leichtigkeit breit.“ Dem Musiker Andreas Broger lieferte die Halde das perfekte Ambiente „und ist einfach wunderschön“, sagte Broger.

Für das Trio ist es seit langer Zeit der erste Auftritt. Für Dieter Schauenberg vom Kensho Sport- und Gesundheitszentrum boten die Musiker die perfekte meditative Einstimmung. „Wir werden einfache Meditationsübungen für Jedermann machen, bei denen die Elemente Berg und Wind eine Rolle spielen“, so Schauenberg.