Demo der Bergarbeiterbewegung in Neukirchen-Vluyn Umweltschutz, Arbeitnehmerrechte und Solidarität im Fokus

Neukirchen-Vluyn · Am 24. Februar demonstrierte die Bergarbeiterbewegung „Kumpel für Auf“ gegen die Politik der ehemaligen Ruhrkohle AG (RAG). Bei der Demo wurde die internationale Solidarität der Bergarbeiter betont. Was die Teilnehmenden angeprangert haben.

 Am 24. Februar hatte die Bergarbeiterbewegung „Kumpel für auf“ in Neukirchen-Vluyn demonstriert.

Am 24. Februar hatte die Bergarbeiterbewegung „Kumpel für auf“ in Neukirchen-Vluyn demonstriert.

Foto: Klaus Wallenstein

Am vergangenen Samstag, 24. Februar, hatte die Bergarbeiterbewegung „Kumpel für Auf“ zur Demonstration aufgerufen. Ziel der Veranstaltung war unter anderem, auf Umweltschutz, Arbeitnehmerrechte und Witwenansprüche aufmerksam zu machen. In Neukirchen-Vluyn war dies die 18. Veranstaltung „gegen die Politik der verbrannten Erde der RAG – für eine lebenswerte Zukunft“. Die RAG ist die ehemalige Ruhrkohle AG.

„Die Veranstalter, die Regional- und Stadtgruppen der Bergarbeiterbewegung ‚Kumpel für Auf’, legten Wert darauf, diese Demonstration als Teil des internationalen Kampftags gegen imperialistischen Krieg durchzuführen. Dieser Tag wurde zum zweiten Jahrestag des Überfalls Russlands auf die Ukraine ausgerufen und weltweit begangen“, schreibt Klaus Wallenstein von „NV Auf geht’s“. Er hatte zusammen mit Ratsfrau Elisabeth Wannenmacher zu der Demo aufgerufen.

„Der Auftakt fand am Rathaus neben dem historischen Ort der Seilscheibe statt“, schreibt Wallenstein in einer Pressemitteilung. „Dort war die Mahnwache gegen die Zechenstilllegung vom 4. November 1996 bis zum 10. März 1997.“ Die Mahnwache sei der Beginn eines Bandes der Solidarität gewesen, das mit 220.000 Teilnehmern und 93 Kilometern die längste Menschenkette von Neukirchen-Vluyn bis nach Lünen bei Dortmund bildete. „Grußadressen und das Gedicht eines Bergmannes gegen die Atomgefahr waren ebenso Teil der Auftaktkundgebung wie Lieder des Ruhrchors“, so Wallenstein.

Danach ging es weiter in Richtung Niederrheinallee. Dort erinnerte sich ein Kumpel an die Besetzung der Kreuzung durch die Kumpel am 7. März. Er erinnerte sich auch an die Autobahnblockade und den sechstägigen Streik der Kumpel an Ruhr und Saar. Schließlich zog die Demo zur Kundgebung an die Mozartstraße. „Unterwegs wurden in Beiträgen die verschiedenen Seiten der Politik der verbrannten Erde von Betroffenen angeprangert – von der Verweigerung, PCB-Vergiftungen vieler Kumpel als Berufskrankheit anzuerkennen über die Gefahr, durch die Zechenflutung das Grund- und Trinkwasser des gesamten Ruhrgebiets zu vergiften (...) bis hin zu dem Versuch, einer Bergmannswitwe die Witwenrente zu streichen“, schreibt Wallenstein weiter. „An all diesen Punkten entwickelt sich der Widerstand und vereint sich in den mittlerweile 18 Bergarbeiterdemonstrationen“, heißt es.

„Wenn in anderen Beiträgen als eine Ursache für den Ukraine-Krieg auch der Kampf um das Kohle-Revier im Donezbecken herausgestellt und über die gegenseitigen Solidaritätserklärungen russischer und ukrainischer Bergleute nach Ausbruch des Krieges berichtet wurde, dann zeigt sich, die Parole „Arbeiter schießen nicht auf Arbeiter“ ist lebendig“, so Wallenstein. „Ein junger Russe berichtete, wie sich unter der russischen Jugend trotz der massiven Unterdrückung die Forderung nach sofortiger Einstellung der Kampfhandlungen zunehmend verbreitet. Diesen Weg gilt es zu stärken!“

(lst)
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