Kriminalität in Rheurdt: Erste konkrete Spur zu den Autobahnpiraten.

Kriminalität in Rheurdt : Erste konkrete Spur zu den Autobahnpiraten

Bei Rheurdt beschlagnahmter Transporter wird auf Spuren untersucht. Die Autobahnpolizei hat die Zahl der Streifen erhöht.

Nur wenige Buchstaben, viele Zahlen – in schwarz auf weißem Grund: Das bulgarische Kennzeichen eines weißen Transporters, Typ Iveco Daily, ist eine der konkretesten Spuren, die die Polizei in Kleve derzeit im Zusammenhang mit den Rheurdter Autobahn-Piraten verfolgt. Mit einem Abstand von nur wenigen Tagen waren in den zurückliegenden Wochen unbekannte Täter mehrfach auf dem Rastplatz Neufelder Heide unterwegs. Sie schlitzten die Planen der dort geparkten Lastwagen und stahlen Ware von der Ladefläche weg. Die Autobahnpolizei Moers hat ihre Streifen verstärkt, teilte die zuständige Pressestelle mit.

Wählerisch sind die Täter nicht: In dem am Montag, kurz vor Mitternacht sichergestellten Transporter standen Kartons mit Bürsten aus dem Friseurbedarf neben Computerzubehör. Sie stammten von der Ladefläche des gleich nebenan parkenden Sattelzuges. Die mutmaßlichen Diebe hatten sich beim Anblick des Streifenwagens vermutlich in die Büsche geschlagen.

Die Polizei ist alarmiert, da es am Niederrhein an den Autobahnen A40, A42 und A57 zu einer Häufung sehr ähnlicher Diebstähle und Diebstahlsversuche gekommen ist. Die eigene Organisation macht den Ermittlern das Leben nicht gerade leichter. Die Streifen der Autobahnpolizei sind unmittelbar im Geschehen. Doch die Autobahnpolizei hat keinen eigenen Kriminaldienst. Also werden die jeweiligen Straftaten dort bearbeitet, wo sie geschehen: überall Einzelfälle von kleineren Delikten – da bislang nirgends ein Mensch zu Schaden gekommen ist und die Diebe oftmals den Tatort ohne Beute verlassen haben.

Im Fall von Rheurdt, dem Parkplatz Neufelder Heide, ist die Kreispolizei in Kleve zuständig. „Unsere Sachbearbeiter schließen sich mit den Kollegen aus anderen Kreis kurz, die dort jeweils Lkw-Diebstähle bearbeiten“, versicherte auf Nachfrage ein Pressesprecher der Klever Polizei.