Konkrete Pläne für historischen Gebäudekomplex in Neukirchen-Vluyn.

Konkrete Pläne für historischen Gebäudekomplex in Neukirchen-Vluyn : Neues Leben im Göschel-Haus

Seit September ist der historische Gebäudekomplex in Vluyn verkauft. Die Eigentümer planen im Haus Wohneinheiten und eine Kinderbetreuung.

Allmählich erwacht das Göschel-Haus an der Pastoratstraße, in Vluyn, zu neuem Leben. Der Vluyner Ulrich Welke hat mit Geschäftspartnern den Gebäudekomplex im September von der Stadt erworben. In den Räumen der ehemaligen Drogerie Göschel, in der zuletzt über Jahre der Friseursalon Oymann zuhause war, stehen die Zeichen auf Veränderung.

Erste Arbeiten im Erdgeschoss der Pastoratstraße 5 haben bereits begonnen. Die Fassade bleibe erhalten. „Für uns war das überhaupt kein Thema, denn unser Prinzip fußt auf Kreativität, Heimat und Tradition. Das Haus gehört, so wie es da steht, zu Vluyn“, so Uli Welke. „Wir wollen die Optik erhalten. Das ist ein Stück Heimat“, so Welke.

Das Konzept, das er mit Geschäftspartnern im Rathaus vorstellte, war ausschlaggebend für den Zuschlag. Bei der Immobilie, die direkt an die Kulturhalle grenzt, handelt sich es um eine ehemalige Ladeneinheit mit Wohnhaus. Das Ladenlokal, Pastoratstraße 5, soll Sitz von Welkes Dachgesellschaft Unitam werden. Sie ist Projektentwicklerin in der Immobilienbranche wie auch im Segment des Netz- und Breitbandausbaus. „Wir werden im ehemaligen Ladenlokal im Sommer die Unitam unterbringen und wollen zügig die anderen Umbaumaßnahmen weiterführen“, so Welke.

Spannend sind die weiteren Pläne für die Räumlichkeiten. Sie werden zu Wohnungen von je 120 bis 140 Quadratmeter ausgebaut. „Das Thema unserer Zeit wird von der Wohnraumfrage für die mehrköpfige Familie und für alleinerziehende Mütter bestimmt. Diesem sozialen Aspekt wollen wir uns widmen“, so Geschäftspartner Helmut Rötzel. Der teilweise unterkellerte Gebäudekomplex offenbarte einen erheblichen Sanierungsstau. Uli Welke wie auch Helmut Rötzel ließen davon nicht abschrecken. „Das Haus ist ein Liebhaberobjekt, das keiner wirtschaftlichen Betrachtung stand halten würde“, so ihr Tenor.

Spannend ist die weitere Planung im hinteren Teil des Gartengrundstücks, das bis an die Garagenreihe in Höhe des Sparkassengebäudes reicht. Dort ist ein zweigeschossiger Längsbau geplant. Im Erdgeschoss soll eine so genannte Großpflege für bis zu 18 Kindern untergebracht werden, die Rötzel als Tagesmütterzentrum bezeichnet. „Wir suchen dafür einen Betreiber“, so Rötzel.

Geplant sind im ersten und zweiten Geschoss insgesamt fünf „EinsPlus“-Wohneinheiten, sprich 60 bis 75 Quadratmeter große Appartements für alleinerziehende Mütter. Das Kreisjugendamt Wesel hatte bereits einen Besichtigungstermin. Von Seiten der Stadt findet die Idee großen Anklang. Bürgermeister Harald Lenßen: „Wir brauchen diese Betreuungsform und werden vom Kreisjugendamt dabei gut unterstützt.“

Auch für die verbleibende Gartenfläche sind die Pläne ausgereift. Der Innenhof ist einerseits Spielfläche für die Kinder. Andererseits soll er als Kulturhof abendlicher Treffpunkt für Kunst und Künstler werden. Gewünscht sei ein gastronomisches Kooperationspartner.