Klimaschutz mit Augenmaß: Ministerin lobt Neukirchen-Vluyn

Klimaschutz mit Augenmaß : Ministerin lobt Neukirchen-Vluyn

Ursula Heinen-Esser sieht die Stadt als Vorreiterin für Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Am Sonntag war die NRW-Umwelt- und Landwirtschaftsministerin zu Gast beim Neujahrsempfang der CDU.

Ursula Heinen-Esser hat sich in den vergangenen Monaten oft am Niederrhein sehen lassen. Im August besuchte die Ministerin für Umwelt Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen den Milchbauern Kevin Anhamm in Hoerstgen. Im November pflanzte sie auf dem Gelände der Landesgartenschau in Kamp-Lintfort einen Baum. Und am gestrigen Sonntag machte sie gleich zweimal Station am Niederrhein. Am Vormittag besuchte die Christdemokratin den CDU-Neujahrsempfang in Xanten und am Nachmittag den CDU-Neujahrsempfang in Neukirchen-Vluyn.

„Wir ringen um die beste Lösung“, stellte die 54 Jahre alte Volkwirtin in einem Gespräch mit dem stellvertretenden CDU-Vorsitzenden Markus Meyer fest. Gemeinsam und pragmatisch nach Lösungen zu suchen, ist ein Prinzip der Kölnerin, die in der Domstadt ihre Jugend verlebte, studierte und heute dort mit ihrer Familie wohnt. „Klimaschutz mit Augenmaß ist gefragt“, unterstrich sie. „Je früher man Bürger und Gruppen in den Dialog einbezieht, desto besser ist es. Die Menschen sind mitzunehmen, nicht zu überfordern.“

Die Bewahrung der Schöpfung sei ein christdemokratisches Thema. „Umwelt und Landwirtschaft sind heute typische Ministerien der Grünen“, sagte die Ministerin vor 300 Zuhörern. Sie sollten öfter christdemokratischer Hand sein.

In Bezug auf den Umweltschutz ging sie auf drohende Fahrverbote in Großstädten ein. Sie lobte die pragmatische Lösung der Stadt Essen, die durch Sensoren Verkehrsströme messen und steuern könne, um so die Feinstaubbelastung unter die Grenzwerte zu senken. „Der Diesel muss Teil der Verkehrskonzepte sein“, forderte sie. „Ohne Dieselfahrzeuge würde der CO2-Ausstoß um zehn Prozent zunehmen.“

Greta Tumberg habe mit der Fridays-For-Future-Bewegung den Nerv vieler getroffen, so Heinen-Esser im Gespräch. Als Vorreiterin zu loben sei aber auch die Stadt Neukirchen-Vluyn, da sie beim Landesprojekt der nachhaltigen und klimafreundlichen Kommunen dabei sei – als eine von nur 14 weiteren Kommunen.

Beim Thema Landwirtschaft äußerte sich die Ministerin ausführlich zu Nitratwerten und Gülleverordnungen des Bundes sowie des Landes. Die Vorgaben der europäischen Ebene stammten aus dem Jahr 2010, so Heinen-Esser. In Deutschland seien sie lange nicht umgesetzt worden, anders als in den Niederlanden. „Für die Landwirtschaft ist Gülle ein echt existentielles Thema.“

Beim Verbraucherschutz setzte sie sich dafür ein, Lebensmittel wieder als Lebensmittel zu achten. „Dafür ist ein angemessener Preis zu zahlen“, meinte sie. „Das sind nicht 1,99 Euro für sechs marinierte Hähnchenkeulen oder 3,39 Euro für 800 Gramm Bratwurst, mit denen Discounter schon einmal werben.“