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Klimaschutz in der Kita Diesterwegstraße in Neukirchen-Vluyn

Umwelt : Bunt und vielfältig: Klimaschutz in der Kita

Die Mädchen und Jungen der Kita Diesterwegstraße lernen als „Umweltdetektive“, wie Klimaschutz im Kleinen klappt.

Das Hinsehen macht in der Kita an der Diesterwegstraße Spaß. Da schmückt eine Eisenbahn aus Milchtüten den Raum. Aus alten Zeitungen wurden in der Karnevalszeit Girlanden gebastelt. Sie haben neue Verwendung in Fesselballonen gefunden. Aus kleinen Joghurtbechern und bunten Pfeifenputzern hat die Igel-Gruppe lustige Clowns gebastelt. „Die Kreativität der Kinder ist groß. Selbst unsere unter Dreijährigen haben schon tolle Ideen, was sich aus Verpackungsmüll alles basteln lässt“, freut sich Bettina Lechelt, stellvertretende Einrichtungsleiterin. Aus T-Shirts der Eltern haben die Kinder beispielsweise Einkaufstaschen gemacht und individuell gestaltet.

Die fünf Gruppen der Kita haben sich aus dem Themenpaket Klimaschutz verschiedene Bereiche ausgesucht, an denen sie als „Umweltdetektive“ mit Begeisterung arbeiten. „Sie nehmen ihre Aufgabe sehr ernst“, sagt Lechelt. Müll aus der Umgebung wird aufgehoben und getrennt entsorgt. Die Erzieherinnen arbeiten mit Hilfe von Lernmaterialien an den gewählten Themen. Die Schmetterlingsgruppe konzentriert sich auf den Tierschutz. „Die Erarbeitung ist nachhaltig ausgerichtet“, sagt Gruppenleiter Daniel Sauer, dem es um Sensibilisierung, beispielsweise bei der Anschaffung und dem Umgang von Haustieren geht. „Kindern wird bewusst, dass sie für das Tier Verantwortung übernehmen.“ Dabei geht es auch um Nutztiere, wie beispielsweise Kühe.

Sarah Adam hat mit der Eulen-Gruppe ein Gemüsebeet angelegt, zeigt den Weg der Kompostierung. In der Bienengruppe von Carmen Isbanner lernen die Kinder den Wasserkreislauf kennen, demonstrieren den Umfang der Meeresvermüllung in ihrem gebastelten Aquarium. Die Mäusegruppe hat aus alten Zeitungen schicke Kleidung hergestellt. Ob als „feine“ Dame mit Hut, als Pirat mit Fernrohr oder Eisenbahnschaffner mit Kelle, Spaß und Vorfreude auf die hauseigene Modenschau sind den Kindern anzumerken.

Das Thema Klimaschutz füllt alle Bereiche des Kindergartenalltags. „Wir haben auch unseren eigenen Materialverbrauch überprüft und waren über die Mengen erschrocken“, sagt Lechelt. Eltern bekommen keine Fotokopien mehr mit. Auf Tafeln hängen Infos und Listen aus, die von Eltern abfotografiert werden. Bei den Wickelkindern gibt es keine Unterlagen, sondern Handtücher von zu Hause, die als Unterlage verwendet werden und von Eltern gewaschen wieder zurückgebracht werden.

Die Kinder werden in ihren Familien zu Klimaschutz-Botschaftern. „Sie erinnern die Eltern beim Einkauf daran, keine verpackten Dinge zu kaufen. Ich glaube, das Thema kommt an“, so Lechelt über die Reaktion der Eltern, die ihr eigenes Verbraucherverhalten reflektieren. Für Daniel Sauer ist ein weiterer Aspekt wichtig. „Ihr Wissen und das Bewusstsein für den Klimaschutz nehmen die Kinder später mit in die Grundschule, um es auch dort zu praktizieren.“