Klimaschutz am Julius-Stursberg-Gymnasium in Neukirchen-Vluyn: die Lade-Bank.

Klimaschutz am Julius-Stursberg-Gymnasium in Neukirchen-Vluyn : Eine Sitzbank voller Energie

Sitzenbleiben macht am Stursberg-Gymnasium Sinn: So lädt das Handy.

Eine Schule im Klima-Spagat: Für die erste „Fridays for Future“-Demo in Neukirchen-Vluyn am 24. Mai werden die Teilnehmer wahrscheinlich eine Fehlstunde, „unentschuldigt!“, auf ihr Zeugnis bekommen. Am gestrigen Freitag nahmen Schülerinnen und Schüler, Lehrer und Rektorin Susanne Marten-Cleef die erste Solar-Bank in Betrieb. Sie ist Treffpunkt und Ladestation für Handys zugleich: In nur einer Stunde soll ein Mobiltelefon dort von Null auf volle Energie kommen. Das funktioniert entweder durch Auflegen auf ein Induktionsfeld oder – völlig altmodisch – per USB-Kabel.

Das hippe weiße Sitzmöbel mit schwarzen Solarpanelen als Sitzfläche wird „Smart Bench“ genannt und hat samt Installation rund 5500 Euro gekostet. Es leuchtet auch. Ab einer Sitztemperatur von 30 Grad springen vier Ventilatoren an, damit das Sitzen nicht zum Brutzeln wird. Die 25 Schülerinnen und Schüler des Protect-Our-Planet-Teams („POP Movement“) des Julius-Stursberg-Gymnasiums hat die Bank im Frühjahr bei der Klima Challenge Ruhr des Ruhrverbandes gewonnen. Über vier Wochen posteten Schüler, Lehrer und ehemalige JSGler sowie Verwandte und Freunde nachhaltige Aktionen aus ihrem Alltag. Insgesamt 140 Teilnehmer in sieben Ländern steuerten so Punkte für das Team bei. Jetzt besitzt das Gymnasium eine von 1400 Solar-Sitzbänken weltweit.

Schulleiterin Marten-Cleef schaute bei ihrer Dankesrede Enni-Vorstand Stefan Krämer ganz fest und tief in die Augen. Denn sie wünscht sich eine Solaranlage auf dem Schuldach: „Dies ist ein kleiner Startpunkt, aus dem etwas Großes werden kann“, sagte die Rektorin.

Bürgermeister Harald Lenßen freute sich mitsamt Klimamanager Stephan Baur über ein weiteres Vorzeigeprojekt in der Stadt. Der Baubetriebshof hatte die Bank unverrückbar in den Boden betoniert. Die gläsernen Sitzflächen sollen extrem belastbar sein – versprach der Lieferant. Schülerin Valentina Fiori begrüßte die zahlreiche Gäste beim Einweihungstermin und dankte den Sponsoren, zu denen neben der Enni die Trox-Stiftung gehört.

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