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Neukirchen-Vluyn: Keine Toilette, aber ein Brunnen auf dem Platz

Neukirchen-Vluyn : Keine Toilette, aber ein Brunnen auf dem Platz

Bei der Gestaltung des Vluyner Platzes ist die Verwaltung skeptisch, was ein Toilettenhäuschen angeht. Gute Chancen hat dagegen der Plan des Heimat- und Verkehrvereins, einen Brunnen zu stiften.

In einem Punkt sind sich fast alle Beteiligten einig: Der Vluyner Platz braucht eine Neugestaltung. Wie die im Einzelnen aussehen soll, darüber gibt es allerdings unterschiedliche Meinungen.

So setzen sich Vertreter des Sozialverbandes VdK dafür ein, für Menschen mit Behinderung eine barrierefreie Toilette zu errichten. Die Ratsfraktion NV AUF geht's unterstützt diese Bestrebungen und hat für den kommenden Bauausschuss am Montag, 10. November, einen entsprechenden Antrag gestellt. Die Stadt soll eine Machbarkeitsstudie zur "Einrichtung einer öffentlichen ständig zugänglichen Toilette für Menschen mit Behinderungen" auf oder am Vluyner Platz erstellen. Fraktionsvorsitzender Klaus Wallenstein sieht dafür zwei Möglichkeiten: entweder Toilettenhäuschen mit selbstreinigender Technik oder ein Zugang zur Kulturhalle mit Schlüssel für berechtigte Personen.

Die Verwaltung favorisiert dagegen das Prinzip "Nette Toilette". Dabei würden sich Anlieger des Platzes bereiterklären, ihre Toiletten der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Für den Aufwand gibt es dann eine Vergütung (die RP berichtete). Unter anderem darüber soll morgen, Donnerstag, beim Arbeitskreis Stadtmarketing gesprochen werden. Bürgermeister Harald Lenßen hält diese Lösung für vielversprechend: "Nach meiner Einschätzung kann man auf dem Vluyner Platz keine Behinderten-Toilette installieren", erklärte er jüngst bei einem Pressegespräch.

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Positiv sieht die Verwaltung dagegen einen Vorschlag des Heimat- und Verkehrsvereins Vluyn: Ein Brunnen soll auf dem Platz entstehen, genauer gesagt "ein Düsenfeld", wie Hans Dehlisen, der Vorsitzende des HVV erläutert. "Er soll ungefähr so aussehen wie die Anlage vor dem Forum in Duisburg. Wasser soll in verschiedenen Höhen hervorsprudeln." Mit diesem Vorhaben möchte der Verein zur Attraktivität des Platzes beitragen. Über einen möglichen Standort hat es bereits Gespräche gegeben. "Wir hatten gedacht, der Brunnen sollte in der Nähe der Niederrheinallee sein, damit er auch von der Straße gesehen werden kann", berichtet Dehlisen. Der Gedanke, das Wasserfeld in der Nähe der Raiffeisenbank zu errichten, wurde aufgegeben. Der wahrscheinlichste Standort ist nun in der Nähe der Sparkassen-Filiale, wo sich derzeit noch eine Grünanlage befindet. "Es ist angedacht, dort auch einige Spielgeräte für Kinder aufzustellen. Das würde passen, die Kinder hätten sicher auch Spaß an dem Brunnen", meint der Vorsitzende. Allerdings betont Dehlisen, dass das Projekt noch am Anfang steht. Wie viel die Installation genau kosten wird, ist noch nicht bekannt. "Aber eine fünfstellige Summe wird es wohl werden", schätzt er. Schließlich müsse unter dem Platz eine Pumpenkammer mit Filtersystem entstehen. Es ist nicht das erste Mal, dass der Verein sich so großzügig zeigt. Der vor 25 Jahren errichtete Leineweberbrunnen hatte damals auch rund 100 000 Mark gekostet. "Wir hoffen natürlich auch auf die Unterstützung von Sponsoren", sagt Hans Dehlisen.

(RP)