Jugendliche aus Neukirchen-Vluyn spielen den Klima-Tod

Fridays for Future : Jugendliche spielen den Klima-Tod

„Fridays for Future“-Aktionswoche: „Die-in“ auf dem Vluyner Platz und Vortrag von Greenpeace-Mitgliedern.

(got/pogo) Stell Dir vor, Menschen sterben den Klimatod – und keiner merkt es. So wirkte das „Die-in“ (von englisch to die – sterben) der Neukirchen-Vluyner „Fridays for Future“-Gruppe am Donnerstag. Fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit stellten sich junge Leute und ein paar Erwachsene tot; auf dem Vluyner Platz war bei schlechtem Wetter sonst nämlich wenig los. Die vierzehnköpfige Gruppe zählte von 2019 bis 2030, dann legten sich alle auf das nasskalte Pflaster. Im Jahr 2030 werden viele Menschen den Klimatod-Sterben, wenn sich nichts ändere, hatte Mara Kleine vom Orga-Team vorher gesagt. Laut einer Greenpeace-Studie gebe es heute 21,5 Millionen Klimaflüchtlinge weltweit. „2050 werden es 500 Millionen sein.“ Während des Die-ins erklang aus einer Box eine Rede der Klima-Aktivistin Greta Thunberg, untermalt mit süßlicher, sphärischer Musik. Nach ein paar Minuten war die Aktion im Rahmen einer „Fridays for Future“-Aktionswoche vorbei. Mitorganisatorin Antonia Leffers bedauerte, dass so wenige mitgemacht haben. „Bei Sonnenschein wären mehr Leute gekommen.“

In der Aktionswoche hatten Jugendliche unter anderem auch Müll gesammelt. Außerdem hatte die „Fridays for Future“-Gruppe zwei Greenpeace-Mitglieder zu einem Vortrag eingeladen. Christian Losislo und Jana Möbius sprachen in der Aula des Julius-Stursberg-Gymnasiums vor 70 Zuhörern zum Beispiel darüber, dass Menschen durch eine Änderung ihres Mobilitätsverhaltens den Ausstoß an Kohlenstoffdioxid erheblich reduzieren können. „Ich bin mit dem Bus gekommen“, erzählte der 22 Jahre alte Losislo, IT-Systemtechniker aus Oberhausen nach einer Präsentation über den Klimaschutz. „Ich habe kein Auto und vermisse es auch nicht.“ Jana Möbius, 19 Jahre alte Schülerin aus Rheinberg, ergänzte: „Ihr solltet möglichst viele Wege mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen.“ Flüge über kürzere Strecken könnten durch Zug- oder Busfahrten ersetzt, Flüge über längere Strecken sollten vermieden werden.

Auch ihre Ernährung sollten die Menschen überdenken, so die Greenpeace-Mitglieder. Sie lebe vegetarisch, esse kein Fleisch, dafür mehr Obst und Gemüse aus der Region, sagte Möbius. Die Referenten nahmen auch die Konsumgüter, insbesondere die Bekleidung, in den Blick. „Wir tragen T-Shirts aus Biobaumwolle“, beantwortete Christian Loslislo eine Frage. „Sie sind gut verarbeitet und halten lange.“ Losislo und Möbius schlugen eine Doppelstrategie der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes vor: Einerseits Druck auf die Politik machen, andererseits bei sich selbst anfangen. „Durch viele kleine Maßnahmen lässt sich Großes bewirken“, sagte Losislo. „Die Jüngeren sollten den Gedanken an ihre Eltern und Großeltern weitergeben.“

(pogo/got)