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Jugend diskutiert über Chancen in EU

Neukirchen-Vluyn : Jugend diskutiert über Chancen in EU

Zehn Jugendliche aus vier Partnerstädten tauschten sich über ihre Wünsche zu ihrer Zukunft im Neukirchen-Vluyner Rathaus aus.

  Der Ratssaal von Neukirchen-Vluyn wurde zum „house of parliament“. Amtssprache: Englisch. Vier Jugend-Delegationen der Partnerstädte Ustron, Mouvaux, Buckingham und Teilnehmende des Julius-Stursberg-Gymnasiums (JSG) tauschten sich im Schülerforum darüber aus, wie sie ihre Zukunft in Europa sehen und welche beruflichen Chancen sie sich nach der Schule wünschen.

Bereits im Vorfeld hatten die Gruppen dazu einen Fragenkatalog unter dem Motto „The place, where we live“ bearbeitet, Interviews mit Gleichaltrigen geführt und statistisches Material ausgewertet. All diese Arbeitsergebnisse flossen in ihre Power-Point-Präsentation im Ratssaal ein und ermöglichten einen spannenden ersten Blick über den kulturellen Tellerrand. Wissenswertes zu ihren Heimatorten, der Arbeitsmarktsituation, den Erwerbsmöglichkeiten wie der Bevölkerungsstruktur sorgten für gute Einblicke.

Für Bürgermeister Harald Lenßen eine spannende Begegnung. „Der Kontakt mit der Jugend aus unseren Partnerstädten hat Tradition und funktioniert über den Städtepartnerschaftsverein gut“, so Lenßen und wies auf die Schwerpunkte der Begegnungen im zweijährigen Wechsel hin. Bei den gegenseitigen Treffen dreht es sich um Themenbereiche Schule, Kultur und Sport. „Seit Beginn der Städtepartnerschaften hat sich in unserer Stadt extrem viel getan“, so Lenßen mit dem Hinweis auf das Zechenende und den aktuellen Strukturwandel, wie er derzeit mit der Bebauung auf der Niederbergfläche, dem so genannten Bindestrich zwischen den Ortsteilen Neukirchen und Vluyn, zu erleben ist. Christian Berges, Englisch-Lehrer am JSG moderierte das Schülerforum mit zehn Jugendlichen. Wie gegensätzlich Länder sein können, stellte die Ustroner Schülergruppe vor. Ustron ist als Skigebiet im Winter ein begehrtes Ziel und sorgt für Arbeitsplätze. Ihre persönliche berufliche Zukunft sahen die jungen Polen im medizinischen wie landwirtschaftlichen Bereich. Beliebt sei der Lehrerberuf. Gute berufliche Chancen versprechen sie sich in der EU. Ähnlich positiv gaben sich auch die jungen Franzosen, die sich fest in der EU verankert sehen.

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Zu den beruflichen Favoriten ihrer Generation gehören Berufe in der Technologie wie der Automobilbranche. Spannend der englische Beitrag, der auch die Sorgen der jungen Generation, wie Verteuerung der Lebensmittel und ein zukünftig schwieriger Arbeitsmarkt, zeigte. Berges: „Wütend macht sie, dass die über 60-Jährigen über ihre Zukunft entschieden haben.“ Von deutscher Seite kamen ebenfalls fundierte Einblicke. Zwar habe mancher Jugendliche wenig konkrete berufliche Vorstellungen, dennoch wollen sie in Heimatnähe Ausbildung und Karriere im Gesundheitssektor, Technik oder der IT-Branche machen. Arbeits- und Obdachlosigkeit benannten sie als eine Sorge innerhalb ihrer Generation.

„Die Jugendlichen haben gut ihre Standpunkte und Zukunftsperspektiven herausgearbeitet. Informativ war die Vorstellung der ganz unterschiedlichen Schul- und Ausbildungssysteme. Toll fand ich, dass sie in englischer Sprache ihre Ergebnisse präsentierten“, so Berges. Die Jugendlichen erlebten neben ihrem „parlamentarischen“ Einsatz ein dichtes Programm mit Ausflügen in Städte wie Moers und Xanten.

(RP)