In Neukirchen-Vluyn findet am 21. Dezember ein Mitsingabend statt.

Musik in Neukirchen-Vluyn: Singen ist eben doch die beste Medizin

Norbert Knabben bildet sich zum Singleiter fürs heilsame Singen weiter. Er führt auch seine Mitsingkonzerte weiter.

Seine Mission ist das Singen. „Es macht glücklich, ist Balsam für die Seele und gemeinsam im Rudel zu singen, macht noch mal so viel Spaß“, sagt Norbert Knabben. Und er versteht es, die Menschen musikalisch mitzunehmen. „Jeder kann singen, und in der großen Gruppe fällt ein schiefer Ton gar nicht auf“, sagt er. Sein nächstes Ziel ist die Kulturhalle in Neukirchen-Vluyn. Beim Rudelsingen am 21. Dezember wird’s weihnachtlich. Zusammen mit Hans Lammert am Klavier lädt er Gesangsfreunde ein, traditionelle und internationale Weihnachtslieder anzustimmen. Los geht es um 19 Uhr, die Texte werden über einen Beamer auf eine Leinwand projiziert.

„Wir lassen einen großen Chor erklingen. Ich bekomme selbst immer wieder Gänsehaut, weil das so schön klingt“, erzählt Knabben, der sich intensiv mit den sozialen und gesundheitsfördernden Aspekten des Singens befasst hat. „Das Herz-Kreislauf-System wird gestärkt. Außerdem sorgt es für eine besondere Form der Entspannung. Singen ist einfach Medizin.“ Durch seine Beschäftigung mit dem Thema stieß er auf einen Musikbereich, der ihn faszinierte: das heilsame Singen. „Selbst die Apothekerzeitschrift hat dem Thema kürzlich einen Bericht gewidmet“, erzählt er. „Ich habe alles an Literatur aufgesogen, was ich finden konnte.“ Und vor einem Jahr startete er eine Ausbildung zum Singleiter für heilsames Singen bei der Initiative „Singende Krankenhäuser“. Dahinter verbirgt sich ein internationales Netzwerk zur Förderung des Singens in Gesundheitseinrichtungen. Mit dem Zertifikat zum Singleiter könne er sich heilsam ins bestehende Gesundheitssystem einbringen. „In Mülheim hat sich zum Beispiel das evangelische Krankenhaus als singendes Krankenhaus zertifizieren lassen“, berichtet Knabben, der in der hiesigen Musikbranche auf unterschiedlichen Pfaden unterwegs ist – mit eigenen Ensembles und Programmen, mit der Agentur Kanon in Duisburg und als Veranstalter. So organisiert er den Kamp-Lintforter Kultursommer. Knabben hat bereits fünf von sechs Modulen der Ausbildung zum Trainer fürs heilsame Singen absolviert. „Mit der Ausbildung kann ich zum Beispiel in Krankenhäusern und Ärztezentren tätig werden. Es gibt Entspannungstrainer und Trainer zur Stressbewältigung. Warum also nicht auch Singleiter fürs heilsame Singen?“ Stress entstehe beispielsweise daraus, dass die Pausen fehlten, das Innehalten, um sich für Neues zu öffnen, sagt der Sozialpädagoge, den private Kontakte zunächst zum Schauspiel brachten. Dort wurde seine Stimme entdeckt, und Knabben bildete sich gesanglich weiter. Der Bass-Bariton war unter anderem am Opernhaus Dortmund engagiert. Das Singen, sagt er, sei eine schöpferische Pause, die neue Energie bringe. „Und die Selbstheilungskräfte werden aktiviert.“ Sein neu erlerntes Wissen gibt Knabben erstmals am 26. Januar in einem Seminar bei der Katholischen Familienbildung, am 2. Februar bei der DRK-Familienbildung jeweils in Duisburg weiter.

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