Immobilien in Neukirchen-Vluyn: Skepsis zu neuen Hochhaus-Versprechen.

Schrott-Immobilie in Neukirchen-Vluyn : Hochhaus-Versprechen: Die Skepsis ist groß

Der Besuch des Eigentümers David Willis wird von allen Parteien in eine Reihe gestellt mit nicht erfüllten Zusagen der vergangenen Jahre.

Mit Skepsis und Zurückhaltung haben im Rat vertretene Parteien auf den Besuch des Hochhauseigentümers David Willis reagiert. Im Gespräch mit der RP hieß es in allen politischen Lagern, dass man in den zurückliegenden Jahren seit 2015 schon viele Zusagen gehört habe, die anschließend nicht erfüllt wurden. Man werde – wie geplant – für den Vluyner Norden eine Sanierungssatzung aufstellen. Die ermöglicht es der Kommune, einen Hausbesitzer zum Abriss seines Gebäudes zu verpflichten – wogegen der vor Verwaltungsgerichten klagen kann.

Als „absolut enttäuschend und unverständlich!“ bezeichnet CDU-Fraktionschef Markus Nacke den Ortstermin. „Wir haben nicht den Eindruck bekommen, dass die Eigentümerin an einem Verkauf oder an einem Abriss der völlig verwahrlosten Immobilie interessiert ist.“ Die CDU stehe weiter dazu, den Bürgerwillen umzusetzen: „Der Turm müsse weg!“ Allerdings werde das einige Zeit dauern. Für die SPD drückte es Günter Zeller ähnlich aus: „Nach den Erfahrungen der letzten Jahre fehlt uns der Glaube an die neuerlichen Ankündigungen.“ Die Stadt müsse nun konsequent die Initiative ergreifen und all ihre rechtlichen Mittel ausschöpfen.

Norbert Gebuhr von der FDP hat die Kosten überschlagen, die eine Sanierung des Vluyner Schrott-Hochhauses verschlingen würde: „Ich komme auf 3,5 bis 4 Millionen Euro, einschließlich der Sanierung der asbesthaltigen Fassade.“ Mit etwas Farbe und neuen Bodenbelägen sei es nicht getan: „Dies würde eine Grundsanierung werden.“ Entweder habe der Eigentümer zu viel Geld oder den Umfang der notwendigen Arbeiten nicht verstanden.

Für die Grünen forderte Geschäftsführer Christian Pelikan: Die Stadt müsse die Enteignung vorantreiben, um selbst Hausherr am Vluyner Nordring 59 zu werden. Nur so könne dem Trauerspiel ein Ende gesetzt werden. Er weist auf die Gefahren hin, die von der Hochhausruine täglich ausgehen: „Dort können spielend leicht Kinder eindringen und sich auf das Schlimmste verletzen.“

Für „NV Auf geht’s“ äußerte sich Ratsherr Klaus Wallenstein: „Wenn Willis tatsächlich bauen wollte, hätte er das längst getan. Weil mit Spekulation ganz legal mehr Gewinn gemacht werden kann, als mit vermieten, wird Willis auf Zeit und maximale Entschädigungszahlung setzen.“

Bürgermeister Harald Lenßen sagte der RP auf Nachfrage, er habe namens der Stadt den Hamburger Anwalt des Eigentümers Willis schriftlich aufgefordert, den Müll rings um das Hochhaus beseitigen zu lassen und die an zahlreichen Stellen durchlässigen Absperrzäune in Ordnung bringen zu lassen.