Neukirchen-Vluyn: Im Schatten wächst das Bienen-Buffet

Neukirchen-Vluyn : Im Schatten wächst das Bienen-Buffet

Rosen, Rasen, Rhododendron lassen vor allem eins: die Langweile wuchern. Dagegen setzte die Pflanzenbörse gestern auf dem Bauernmarkt ein paar ordentliche Schattengewächse; damit die Bienen ganzjährig Nahrung finden.

Natürlich liebt es Gerhild Diamant, wenn die Sonne funkelt. Für die gestrige Pflanzentauschbörse an der Hochstraße aber zog sich die Gärtnerin ganz in den Schatten zurück. Die dazu passenden Pflanzen, Stauden und Baumsetzlinge hatte sich Gerhild Diamant in einer Holzkiste unter den Arm geklemmt und gab mitten im Markttrubel ab 15.30 Uhr als Expertin ihr Wissen weiter.

Die Aufgabe: Schaffe 20 Quadratmeter Bienen-Buffett und zwar so, dass die fleißigen Brummer das ganze Jahr über Nahrung finden! Los geht's mit einer Duftesche, die ihre schattenspendende Wirkung gestern ordentlich unter den Scheffel stellte. Gerhild Diamant hielt ein mickriges Pflänzlein in die Höhe; furchtbar dünn und kaum eine Handspanne hoch. "Daraus wird ein prächtiger, mindestens 15 Meter hoher Baum mit einer breiten Krone und weißen Fruchtdolden, die im August/September erblühen", schwärmte die Expertin. Von der Zeit her also genau dann, wenn das Nahrungsangebot für Bienen knappen zu werden beginnt.

Zusammen mit einer Winter-Heckenkirsche, die schon im Januar duftend erblüht und einer Hand voll paswender Stauden - von der Elfenblume bis zur Herbst-Aster - lässt sich die Sache mit dem die Bienen lockenden Nahrungsangebot auch noch eindrucksvoll kombinieren mit dem Wunsch des Menschen nach Abwechselung.

"Genau so hatte ich mir den Expertinnenvortrag auf der 16. Pflanzentauschbörse vorgestellt", bilanzierte die Agenda-Beauftragt der Stadt, Marion May-Hacker. "Hier soll es immer etwas Neues geben." Zu den Mitmachern gehörten erneut die Mitglieder des Kleingärtnervereins "Die Scholle". Und zwischen den in Ehren ergrauten, aber engagierten Grünfreunden ragte Yannick Jakubowski heraus. Der 19-Jährige begeistert sich und andere für Tomaten. 17 verschiedene Sorten, von Klein bis Groß, von Rot bis Zitronengelb hatte er als Setzlinge dabei. "Äußerst faszinierende Pflanzen", sagte er. Nur eins vertrügen sie auf keinen Fall: Regen von Oben. Die Tomate brauche ein Dach über dem Kopf, um zu gedeihen.

(RP)
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