Neukirchen-Vluyn: Hochstraße soll zum Erntedankfest fertig sein

Neukirchen-Vluyn : Hochstraße soll zum Erntedankfest fertig sein

Zwischenbericht im Stadtentwicklungsausschuss: Die Archäologen der Denkmalbehörde sorgten mehrfach für Baustopps.

Langsam kommen die Bauarbeiten auf der Hochstraße in Nordkirchen zu einem Ende. Zu langsam! Das kritisierten Politiker mehrerer Parteien am Mittwochabend im Stadtentwicklungsausschuss beim Zwischenbericht zum "Integrierten Handlungskonzept" (IHK). Der Technische Beigeordnete Ulrich Geilmann stimmte den kritisch nachhakenden Politikern schulterzuckend zu: "Für uns auch überraschend hat die archäologische Begleitung mehrfach für Unterbrechungen der Arbeiten gesorgt." Geilmann wagte dennoch eine klare Prognose: Das Erntedankfest könne baustellenfrei auf der Hochstraße gefeiert werden.

Insgeheim hatten die Bauexperten im Rathaus mit weniger Verzug durch den Denkmalschutz gerechnet. Auch weil sich zuvor bereits Kanalarbeiten durch die Hochstraße gewühlt hatten. Doch diese Anfangsvermutung erwies sich laut Geilmann als Trugschluss. Immer wieder seien bei den Tiefbauarbeiten Zeugnisse aus Nordkirchens Vergangenheit aufgetaucht; diese mussten zunächst sichergestellt oder zumindest dokumentiert werden. So gingen die Wochen ins Land.

"Man muss den vor Ort ausharrenden Unternehmen, vor allem dem Reisebüro und dem Bäcker sehr dankbar sein", sagte Günter Zeller von der SPD. Angesichts der Dauerbaustelle sei der Weg zu den Sonntagsbrötchen sehr beschwerlich. Ähnlich holprig läuft auch der Mittelzufluss im Hintergrund, sagte der Beigeordnete Geilmann. In einem Gespräch mit der Bezirksregierung am heutigen Freitag werde erneut darauf hinweise, dass die Bescheide für 2018 noch nicht vorlägen. "Erst gab es Verzögerungen in Berlin, dann bremste uns der Regierungswechsel in Düsseldorf aus", so Geilmann. Voraussichtlich im Herbst würden die Finanzierungszusagen in Neukirchen-Vluyn belastbar eintreffen.

Als Betroffene benannte Geilmann unter anderem die Bücherei Neukirchen. Dort warten Beschäftigte wie Nutzer sehnlichst auf eine Erweiterung und Umbauten zugunsten einer besseren Barrierefreiheit. Längst haben die Macher des Bürgerfunks im Schulzentrum einen Raum für sich gefunden. Auch habe er geprüft, ob Mittel innerhalb des Stadthaushaltes umgewidmet werden könnten. Vergebens. "Wir müssen auf die Bescheide aus Düsseldorf warten. Da geht es uns wie derzeit vielen Kommunen in Nordrhein-Westfalen."

Zu einem Erfolgsmodell habe sich das neue Quartiersmanagement in Neukirchen entwickelt, sagte Geilmann. Er begründete diese Einschätzung mit der hohen Beteiligung am Hof- und Fassadenprogramm und der regen Nachfrage beim Verfügungsfond. Neben den bautechnischen Schritten plant Neukirchen-Vluyns Wirtschaftsförderung nach Informationen der RP Initiativen zur Stärkung des örtlichen Einzelhandels.

Für 2019 stehen der Denkmalplatz und der Grafschafter Platz im Pflichtenheft der Verwaltung. Die Rathaus-intern "Hochstraße 2" genannte Ausbaustufe könne ohne Zeitdruck in die Gestaltung des Denkmalplatzes einbezogen werden. Ein Quartiersspielplatz und Verbesserungen auf der Mozartstraße seien in der Planung. Vom Tisch hingegen ist das Beleuchtungskonzept als Einheit. "Ich fürchte auch 2019 werden wir ähnlich lange auf Finanzierungszusagen des Landes warten müssen, schloss Geilmann seinen Zwischenbericht.

(RP)
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