Heribert Hölz aus Neukirchen-Vluyn bereitet 90. Hilfsreise vor

Heribert Hölz aus Neukirchen-Vluyn bereitet 90. Hilfsreise vor: Bosnien-Hilfe braucht Spenden für Schaf-Projekt

Heribert Hölz will den Armen Hilfe zur Selbsthilfe vermitteln.

Mehr als 80 Mal war Heribert Hölz in den vergangenen 26 Jahren in Bosnien. Gerade ist der Neukirchen-Vluyner von seiner 89. Reise zurückgekehrt – und zeigt sich erschüttert. In der Stadt Bijeljina begegnete er Mitgliedern einer katholischen Gemeinde. „Es war ein Aufschrei von Armut“, sagt Hölz. „Das ist Wahnsinn, was da passiert.“

Bijeljina ist in etwa so groß wie Moers und liegt im Nordosten Bosniens, nahe der serbischen Grenze. Pfarrer Andrej Lukanovic ist mit seinen 29 Jahren mit Abstand der Jüngste in der winzigen, 60 bis 70 Köpfe zählenden Gemeinde. „Es ist eine sterbende Kirche“, bedauert Hölz. „Man lässt die Katholiken in Ruhe, hilft ihnen aber auch nicht.“

Natürlich wird Hölz, der gerade seinen 76. Geburtstag gefeiert hat, wieder nach Bosnien reisen, voraussichtlich im Frühjahr 2019. Und die Gemeinde in Bijeljina will er erneut besuchen. „Uns geht es um Hilfe für die Menschen.“ Hölz denkt daran, mit Spendengeldern Schafe zu kaufen und diese Gemeindemitgliedern zu überlassen. Schafe als Hilfe zur Selbsthilfe haben sich bewährt, sagt Hölz. „Wer Schafe hat, hat Milch, Käse und Brotaufstrich.“ Wer ein Schaf erhalte, müsse unterschreiben, dass das Tier nicht geschlachtet wird. Bis auf wenige Ausnahmen werden diese Verträge eingehalten. „Die Menschen wissen ja, wenn ich das Schaf schlachte, habe ich künftig wieder nichts.“

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Insgesamt 130.000 Euro verteilte Hölz bei seinen beiden Bosnien-Fahrten 2018. Allein 30.000 Euro waren für die Suppenküche in Zenica bestimmt, die täglich 120 Essen für Bedürftige ausgibt, 25.000 Euro gingen in die Alten- und Krankenhilfe, 21.000 Euro für Familienpatenschaften (70 Familien erhalten 25 Euro pro Monat) - um nur die größten Fixposten zu nennen.

Apropos 11. November: Unter dem Motto „Teilen wie St. Martin“ hat Heribert Hölz viele Kindergärten und Schulen in der Region angeschrieben, um für das Schaf-Projekt zu werben. 130 Euro kostet ein Tier, das Hölz in Bosnien bei Züchtern kauft und an Arme weitergibt. „Die Kita-Kinder können einem Schaf auch einen Namen geben, ich bringe ihnen dann ein Foto von dem Tier mit“, sagt Hölz.

Kontakt: 02845 5686 oder 0203 44985916

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