Neukirchen-Vluyn: Henning Venske blickt auf die deutsche Geschichte

Neukirchen-Vluyn: Henning Venske blickt auf die deutsche Geschichte

Kabarettist Henning Venske ist auf Abschiedstournee. Am Samstagabend schaute er in der Kulturhalle in Neukirchen-Vluyn vorbei. In seinem aktuellen Bühnenprogramm "Summa summarum" wirft Venske einen scharfen Blick auf die Geschichte der Bundesrepublik. Als Motto des Abends diente ihm dabei der Satz: "Geschichte ist die Sinnmachung des Sinnlosen im Nachhinein". So unterzog Henning Venske nicht nur historische Ereignisse wie die Wirtschaftswunder-Jahre oder die Wiedervereinigung einer kritischen Betrachtung, sondern widmete sich auch den jeweiligen politischen Repräsentanten.

Beim Gang durch die einzelnen Jahrzehnte der Bundesrepublik nahm er sich gewohnt bissig die Reihe der Bundeskanzler und Bundespräsidenten vor. Laut Stellenprofil handele es sich beim Bundespräsidenten ohnehin um einen Posten für einen "überbezahlten männlichen Parteipolitiker vom Format eines Animateurs". Lediglich bei der Wahl des Bundespräsidenten Gustav Heinemann, der "im Gegensatz zu seinen Amtsvorgängern und direkten Nachfolgern kein Alt-Nazi, sondern ein Widerständler" gewesen sei, habe es sich offensichtlich um eine "schwere politische Panne" gehandelt.

Besonders ausgiebig widmete sich Henning Venske dem Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl, der "in seinem Mantel immer aussah wie ein zugehängtes Kettenkarussell". In Angela Merkel glaubt Henning Venske eine Wiedergängerin Kohls zu erkennen, allerdings habe der Alt-Bundeskanzler "in Sachen Korruption eindeutig die Nase vorn". Im Hinblick auf die wieder wachsende Fremdenfeindlichkeit stellte der Kabarettist fest, dass "in den blühenden Landschaften, die Helmut Kohl einst versprochen hat, immerhin die braune Saat aufgegangen ist". Beim Essen hätten sich viele Deutsche allerdings als "erstaunlich integrationsfähig erwiesen".

(cas)