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Heavy Metal in Neukirchen-Vluyn: Neuer Besucherrekord beim Dong-Festival.

Heavy Metal in Neukirchen-Vluyn : Rekord: Dong-Festival lockt 3500 Gäste

Drei Tage lang schütteln sich Heavy Metall Fans auf der Halde Norddeutschland den Alltag aus den Köpfen. 28 Bands kommen aus aller Welt.

„Hier oben sieht man den Alltag nicht.“ Auf diesen einen Satz fasst Stephan Liehr 19 Jahre Heavy Metall-Festival präzise zusammen. Am Donnerstag, Punkt 13.15 Uhr, verwandelt sich die Halde Norddeutschland in eine riesige Stratocaster, auf der 28 Bands und 3500 Besucher in den Metal-Himmel emporsteigen. Eng wird es nur für all jene, die nicht wissen, was für das für ein Ding ist, diese „Stratocaster“.

Neuer Besucherrekord des Dong Open Air Festivals – der dritte hintereinander. Mitveranstalter Stephan Lier definiert den Erfolg so: eine Super-Stimmung, 150 engagierte ehrenamtliche Helfer, nur eine Bühne, kurze Wege. Mittlerweile lebt nur noch einer von vier Initiatoren der Dong-Bergsause in der Nähe. Den Spirit tragen sie in sich, seit sie im Jahr 2001 am Fuß der Halde zum ersten Mal Verstärker und Boxen zusammenstöpselten.

Organisator Stephan Lier (3.v.l.) dankte der Sparkasse am Niederrhein. Bürgermeister Harald Lenßen (rechts) reihte sich bei Elvellon aus Moers ein. Foto: Dirk Neubauer

Seither ist das Publikum mit ihnen gewachsen und älter geworden. „Headliner“ heißen die wichtigsten Bands, die von Donnerstag, 11. Juli, bis Samstag, 13. Juli, auf der Festivalbühne stehen werden. Steel Panther reisen eigens aus Los Angeles an. „Sie stellen mit ihrer Interpretation von Hair Metal die Grenzen zwischen Parodie und Wirklichkeit auf die Probe“ – heißt es in der Ankündigung. Ihr Song „Community Property“, in dem der Begriff „Dong“ eine große Rolle spielt, avanciert im Internet in einem Videotrailer zum Festival gerade zur inoffiziellen Hymne der Veranstaltung.

Daneben sind Alestorm aus Schottland und Kataklysm aus dem frankophonen Teil Kanadas die Hauptgruppen der drei Tage. Die Experten sagen: „Während Erstere augenzwinkernden und energetischen „Piraten Metal“ zelebrieren, spielen Letztere mit knüppelhartem Death Metal ihr einziges deutsches Sommerfestival 2019 in der Dong.“

Battle Beast aus Finnland spielen Hard-Rock der 1980er Jahre. Foto: BattleBeast

Neben den Alphatieren widmen sich die vier Festivalmacher mit viel Liebe den Neuentdeckungen; noch unbekannten Bands, für die das Dong nicht selten zur Sprungschanze in eine gute Zukunft wird. Die Klang- und Laut-Maler von Elvellon aus Moers sind eine solche Gruppe, die gerade eben erst dem Flugzeug aus Barcelona entstiegen sind und sich nun auf die Halde freuen. Bloodywood, Heavy-Metaller aus Indien, gelten dieses Mal als Tipp – sie übertragen den typischen Bollywood-Sound der indischen Filmindustrie ins Metal-Genre. Daneben gibt es Rock aus Griechenland , aus Finnland, aus Frankreich.

Geilings Bräu Brauerei aus Kamp-Lintfort hat ihr ihr drittes Festivalbier gebraut. Es heißt „Nestor“ und ist ein Dry Hopped Imperial Alt, übersetzt: ein Altbier mit besonderer Hopfennote und sechs Prozent Alkohol. Davon gibt es 800 Flaschen und 800 Liter in Fässern. Ordnungsamt, Polizei, Feuerwehr passen auf, dass nichts aus dem Ruder läuft. Bis am Sonntag alle hochzufrieden vom Berg rollen – bis zum 20. Geburtstag im nächsten Jahr.

Ach ja, Stratocaster ist eine E-Gitarre.