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Heartchor lässt die Neukirchener Dorfkirche beben

Kultur in Neukirchen-Vluyn : Heartchor lässt die Dorfkirche beben

Rappelvoll war die Neukirchener Dorfkirche, die zu einem Ohrenschmaus einlud. Der Heartchor sang mitreißende Gospels.

Der Jubel aus über 30 Kehlen wirkte ansteckend. Der „Heartchor“ gab stimmlich sein  Bestes, um das Publikum in der Neukirchener Dorfkirche mit in die Welt des Gospels zu nehmen. Mit Erfolg, denn es brauchte nur einige Lieder, bis Bewegung in die Sitzreihen kam. Es wurde geklatscht und mitgesungen. Stehende Ovationen als Dank zum Schluss und zum Abschied noch eine Zugabe. Beinahe zwei Stunden vergingen im Flug.  „Mehr davon“ und „So hört sich Begeisterung an“ lauteten die Kommentare beim Verlassen der Kirche, die den Raum für ein ungewöhnlich packendes Konzert gab.  Das herzergreifende Erlebnis inniger wie fröhlicher Sangeskunst zum Lobe des Herrn mit knapp 20 Liedern wird sicherlich nachwirken.

Tom Bissels ist der Chorleiter, der die Songs über Gotteslob, Hoffnung und Zuversicht kurz einführte. Wie sehr die Kommunikation zwischen ihm und den Chormitgliedern klappt, ließ sich gut beobachten. Bissels ist der Motor, liefert vollen Körpereinsatz, springt und hüpft, reißt die Arme hoch. Der Chor reagiert, nimmt sich zurück, um dann stimmlich über sich hinauszuwachsen. Dabei Verlässt der Heartchor den klassischen Gospelpfad, setzt auf Rock, Pop, Soul.

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Der Heartchor  ist aus  „Gospel gegen Gewalt“ hervorgegangen. Musiker und Sänger nahmen den Mord an einem Freund 2013 zum Anlass für das Projekt, mit dem  gegen Gegen Rassismus, Intoleranz, Gewalt und Ausgrenzung geworben wurde. Aber nach zwei erfolgreichen Konzerten  hatte die Truppe um Bissels viel zu viel Spaß  an der Sache gefunden, um aufzuhören.

In Neukirchen-Vluyn faszinierte die Gospelformation mit Band mit ihrem Programm und grandiosen Stimmen. Schon mit dem ersten Stück, „Holy“ war dem Publikum klar, wie viel Leidenschaft es erleben würde. Das Ensemble begeisterte mit einem kontrastreichen Programm, das immer mehr an Fahrt aufnahm und einer unbändigen Freude am Singen. „Wir sind nichts ohne unsere Solisten. Unsere Solisten sind nichts ohne den Chor“, sagte Tom Bissels, nachdem Solopartien bei Gospels wie „In need a little more Jesus“, einem mitreißenden „Say so“ oder in dem Traditional „Angel Band“ erklungen waren. Stellvertretend für alle nannte Bissels den Sänger Helmut Blumendahl, der als Neukirchen-Vluyner ein „Heimspiel“ hatte. Gäbe es eine kirchliche Neugründung in der Stadt,  so wäre der stimmstarke Blumendahl der ideale „Reverend“, witzelte Bissels.

Der Heartchor tritt am 2. Dezember beim Budberger Weihnachtsmarkt auf, sowie in der evangelischen Kirche zur Eröffnung des Rheinberger Adventsmarkts, der vom 15. bis 16. Dezember stattfindet.