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Neukirchen-Vluyn: Haushalt soll bis 2024 ausgeglichen sein

Neukirchen-Vluyn : Haushalt soll bis 2024 ausgeglichen sein

Der Etat-Entwurf für 2018 sieht ein Defizit von 3,3 Millionen Euro vor. Schulden der Stadt wachsen bis 2019 weiter.

Ein 3,3 Millionen Euro großes Loch soll im Haushalt der Stadt Neukirchen-Vluyn im nächsten Jahr 2018 klaffen. Die gute Nachricht dabei ist: Das Defizit wird um 900.000 Euro kleiner sein als noch vor einem Jahr erwartet. Vor allem ein Plus an Steuern und Schlüsselzuweisungen wird die Ertragslage der Stadt merklich bessern, sagte gestern Kämmerin Margit Ciesielski, die den Entwurf des Haushaltsplans 2018 im Rat der Stadt vorgestellt hat. Ciesielski erwartet Gesamterträge in Höhe von 62,82 Millionen Euro (das sind 3,6 Millionen mehr als im Vorjahr), denen allerdings Gesamtausgaben von 66,12 Millionen gegenüberstehen - den größten Batzen davon (14,3 Millionen Euro) bilden Personalkosten.

Die Kämmerin zeigte sich zuversichtlich, dass die Einnahmen der Stadt weiter wachsen. So erwartet sie zum Beispiel einen stetigen Anstieg der Schlüsselzuweisungen von 7,3 Millionen Euro in diesem Jahr auf 9,4 Millionen 2021. Auch die Steuereinnahmen sollen in der Zeit steigen. Die Haushaltsplanung sieht vor, das Defizit bis 2023 kontinuierlich abzubauen. Die finanziellen Aussichten der Stadt haben sich gebessert, der für 2024 angepeilte Haushaltsausgleich ist, sofern die "gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sich weiterhin so positiv entwickel" zu erreichen. "Während im letzten Jahr am Ende 2024 noch ,nur' eine schwarze Null zu verzeichnen war, dürfen wir heute schon ein wenig entspannter auf ein Plus in Höhe von rund 0,5 Millionen Euro blicken", sagte Ciesielski. Trotz leerer Kasse will die Stadt 2018 insgesamt 14 Millionen Euro (2,7 Millionen Euro mehr als 2017) investieren. Das bedeutet eine weitere Verschuldung, aber, so die Kämmerin: "Die geplanten Investitionen in die Zukunft der Stadt, gerade in die Schul-, aber auch insgesamt in die Infrastruktur, sind alternativlos." Die größten Posten bei den Investitionen bilden Kanal- und Straßenbau. Darüber hinaus sind einige Hochbauprojekte geplant, darunter der Neubau des Feuerwehrgerätehauses Neukirchen, der dritte Bauabschnitt der Schulsportanlage oder auch die Errichtung einer neuen Zweifeldturnhalle an der Tersteegenschule. Auch Bürgermeister Harald Lenßen unterstrich, wie wichtig die Investitionen sind: "Nach meiner Meinung sind die einzuplanenden Haushaltsmittel für den Sport und die Sportanlagen als ,weicher Standortfaktor' gut angelegt." Er verwies darauf, dass die Stadt entgegen bisheriger Annahmen wachse: Am "Tiefpunkt der Einwohnerzahl" Ende 2013 lebten in Neukirchen-Vluyn 27.134 Menschen, heute seien es gut 400 mehr - "und die Steuerkraft was sowohl die Einkommens- und Umsatzsteueranteile als auch die Gewerbesteuer angeht, steigt beständig". Bis 2019 soll der Schuldenstand von jetzt 49,4 Euro (1816 pro Einwohner) auf 70,8 Millionen (2600 pro Einwohner) steigen. Ab 2020 werden die städtische Schulden nach den Berechnungen der Kämmerei aber sinken.

(RP)