Rheurdt: Haus Quademechels ist die gute Stube im Ökodorf Rheurdt

Rheurdt : Haus Quademechels ist die gute Stube im Ökodorf Rheurdt

Das DRK-Sommerfest erfreute die Gäste mit leckerer Pfirsichbowle. Eine Gedenktafel an der Hauswand zeugt von einem Raubmord. Stadtarchiv auf dem Dachboden.

Christa Hoeps ist in ihrem Element. Im Haus Quademechels feiern die Senioren ihr Sommerfest. Pfirsichbowle wird gereicht, die Würstchen brutzeln auf dem Grill. „Wir sind Seniorenbegegnungsstätte, die seit 1984 vom DRK-Ortsverein bewirtschaftet wird“, sagt die 72-Jährige.

Sie hat seit Jahrzehnten die Leitung, ist quirliger Motor und sorgt mit ihrem Team für die Vielfalt an Veranstaltungen. Sie reichen von Ausflügen, Fahrrad-Koodierungsaktionen bis zu Angeboten der Volkshochschule. „Wir planen gemeinsam die Termine“, sagt Bärbel Schönwälder, die mit zum ehrenamtlichen Team gehört.

Montags, mittwochs und freitags treffen sich dort die verschiedenen Gruppen. Das Haus liegt verkehrsgünstig. Es wird unter anderem gehandarbeitet, Kartenspieler kloppen ihre Skatrunden, die Radlercrew trifft sich dort. Für den Männergesangverein Eintracht ist das Haus Probenraum, die katholische Kirchengemeinde lädt dorthin zum Frühstück ein. Das Reparaturcafé öffnet nach Vorankündigung samstags seine Pforten.

„Hier trifft sich auch die Flüchtlingshilfe“, ergänzt Christa Hoeps. Im Winter gibt es alle vier Wochen einen Mittagstisch. Hoeps: „Unser Grünkohl-Essen ist der Hit.“ Zusammen wird gefeiert. Die Seniorenbegegnungsstätte taucht in diversen Veranstaltungen als Treffpunkt auf. Ohne den ebenerdigen familiären Treffpunkt Haus Quademechels am Meistersweg/Ecke Rathausstraße würde im Ökodorf der silbernen Generation etwas fehlen. Alleine zuhause sitzen, geht gar nicht. Hoeps: „Die Gesellschaft und der rege gemeinsame Austausch untereinander sind uns wichtig. Ohne Kommunikation macht das Ganze in unserem Alter wenig Spaß. Teilhabe, Lebensqualität und Mobilität gehören doch dazu.“

Die Geschichte des Hauses am Burger-Park ist spannend, wie die Hinweistafel am Haus verrät. 1744 als Ackerbürgerhaus gebaut, wohnte dort Familie Quademechels. 1897 wurde in den Räumen die Spar- und Darlehenskasse gegründet. Im November 1966 geriet das Haus in die Schlagzeilen, denn Obergerichtsrat Paul Burger und seine Schwester fielen einem Raubmord zum Opfer. Burger, zu dem Zeitpunkt bereits Witwer, war verheiratet mit Maria Antonia Quademechels. 1974 kaufte die Gemeinde das Haus, das 1984 ans DRK vermietet wurde. Wie es zum Namen Haus Quademechels kommt und das angrenzende Areal an der St. Nikolaus-Kirche im Volksmund Burger-Park genannt wird, erklärt sich daher.

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