Hartmut Kühn aus Neukirchen-Vluyn erhält Bundesverdienstkreuz

Bundesverdienstkreuz für Hartmut Kühn : Wenn Hilfe gebraucht wird, ist er da

Beständiges ehrenamtliches Engagement zeichnet Hartmut Kühn aus. Dafür hat er das Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten. Landrat Ansgar Müller übergab die Auszeichnung im Namen des Bundespräsidenten.

Hartmut Kühn gehört zu den Menschen, an dem sich das sprichwörtliche Tau festmachen lässt. Sein Motto, das er in der kleinen Feierstunde im Neukirchern-Vluyner Rathaus verriet, ist einfach wie überzeugend – und passt zu ihm: „Einer allein ist nichts.“ Kühn erhielt am Mittwoch das Bundesverdienstkreuz am Bande, eine eher raren Auszeichnung. Familie und Freunde erlebten den Augenblick mit.

Als Hartmut Kühn den Anruf von Landrat Ansgar Müller bekam, war er zunächst sprachlos gewesen, wie er am Mittwoch verriet. Dass er sich in dieser Weise für andere engagieren kann, „verdanke ich meiner Frau Barbara und ihrem Rückhalt. Ohne würde ich heute nicht hier stehen.“ Hartmut Kühn wurde für sein breit aufgestelltes ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet, für sein Interesse an seinen Mitmenschen. Auch im Rathaus, in der Politik, ist er ein Mann, der für Werte wie Verlässlichkeit, Ehrlichkeit und Bodenständigkeit bekannt ist. „Du gehörst zu den Menschen, die sich nicht lange bitten lassen“, sagte Landrat Ansgar Müller in seiner Laudatio. „Wenn irgendwo Hilfe gebraucht wird, packst du sofort tatkräftig mit an.“

Hartmut Kühn wurde 1954 in Moers geboren. Wie sein Vater arbeitete er auf der Zeche Niederberg. Nach der Schulzeit machte Kühn eine Lehre zum Betriebsschlosser, arbeitete unter Tage, später als Ausbilder über Tage. Von 1980 bis 1987 gehörte er als nicht freigestelltes Mitglied dem Betriebsrat an. Ab 1989 war er im Prüfungsausschuss für Bergtechnik engagiert, später, bis zur Auflösung des Ausschusses 2002, stellvertretender Vorsitzender. Fest verwurzelt ist er mit dem Bergbau, der Tradition und den Kumpels, für deren Rechte und Belange er eintrat. Ab 1969 gehörte er zur Industriegewerkschaft Bergbau und Energie (IGBCE), Ortsgruppe Neukirchen-Vluyn, übernahm Funktionen und Führungspositionen. Müller: „Stets lagen dir die Belange der Bergleute am Herzen.“ Kühn verantwortete die Zusammenlegung der drei vorhandenen Ortsgruppen zu einer. Bis heute ist er aktiv, seit 2016 als Revisor.

Für andere da sein und für Interessen gemeinsam kämpfen, gehört zu den besonderen Eigenschaften von Kühn. „Aus Recht kein Unrecht machen“ lautet eines seiner Prinzipien. Beim SPD-Ortsverein fand er seine politische Heimat. Seit 1994 sitzt er für die Sozialdemokraten im Rat, ist Mitglied im mehreren Ausschüssen. Neben der Politik war er bis 2002 Chef der „Dachgemeinschaft Holtmannstraße“ mit sieben Vereinen. „Noch heute profitieren wir von seiner Weitsicht und seinen Verbindungen. Dass unser Verein heute auf sehr stabilen Füßen steht, haben wir hauptsächlich Hartmut Kühn zu verdanken“, war anerkennend aus der Vereinsgemeinschaft zu hören.

Bei den Moerser Sportschützen in Utfort ist Kühn seit 1972 aktiv, half bei der Umstrukturierung mit. Für einen Kollegen übernahm er die ehrenamtliche Betreuung, arbeitet beim Sozialgericht Duisburg als ehrenamtlicher Richter. Ansgar Müller: „Du zeigst, dass dir deine Mitmenschen am Herzen liegen.“ Für Kurt Best, stellvertretender Bürgermeister, ist Hartmut Kühn der Mensch, mit dem Herzen auf dem richtigen Fleck, Typ eiserner Bergmann. „Er ist fleißig, aufrichtig, ehrlich und zeigt Konsequenz. Er hat ein starkes Rückgrat“, so Best. Bei Anliegen aus der Bevölkerung „insistiert er, verlangt nach Antworten“, sagte Best über die politische Zusammenarbeit in verschiedenen Ausschüssen. „Er hat die Auszeichnung wirklich verdient.“

Weggefährte Manfred Derner gab den Anstoß. „Er hat immer sehr viel für andere gemacht. Unterstützt hat er Auszubildende und viel für die Integration getan, denn der Bergbau ist ein Schmelztiegel“, sagte Derner.