Handmardemarkt in Rheurdt: Lauter von Hand gemachte Unikate.

Handmardemarkt in Rheurdt : Lauter von Hand gemachte Unikate

Der Handmademarkt zog am Samstag viele hundert Besucher zum Maurischen Pavillon. Im großen Garten waren 30 Stände aufgebaut, an denen es ganz besondere Geschenke zu kaufen gab.

Die Idee zum Handmademarkt wurde geboren, als der Maurische Pavillon vor einigen Jahren als Motiv für den Adventskalender des Julius-Stursberg-Gymnasiums diente. Die Damen des Fördervereins, immer bemüht, den Verkauf des Kalenders für den guten Zweck anzukurbeln, bauten ihren Stand kurzerhand im Garten des historischen Gebäudes auf. Mit Einwilligung der Bewohner selbstverständlich. Viele staunten. So nah kam man dem Häuschen, das vor über 150 Jahren als Gartensalon von Schloss Leyenburg errichtet wurde, sonst nie. Andreas Engelen und Christian Gutmann freuten sich über das Interesse an ihrem liebevoll renovierten Wohnhaus samt Garten. Warum nicht den Kalenderverkauf mit einem kleinen Kunsthandwerker-Markt verbinden?

Von Jahr zu Jahr wuchs der Markt. Das besondere Ambiente sprach sich herum, sowohl unter den Händlern als auch unter Menschen, die Schönes und Selbstgemachtes schätzen. An diesem letzten Samstag im Oktober meinte es Petrus besonders gut. Der spätsommerlich warme Tag lockte viele Besucher in den 6500 Quadratmeter großen Garten, in dem rund 30 Stände Handgemachtes präsentierten. Das edle Tröpfchen, das Gastgeber und Weinliebhaber Engelen direkt am Eingang ausschenkte, trug zur entspannten Atmosphäre bei. An Stehtischen, auf Gartenstühlen und auf Stufen stieß man an, kam ins Gespräch und genoss die wärmenden Sonnenstrahlen. Currywurst und Pulled Chicken, die Christian Gutmann auf der Rückseite des Gebäudes brutzelte, waren schnell ausverkauft. Doch auch die Waffeln waren ein willkommener Snack.

Fast wie bei einer privaten Gartenparty wurde an den Ständen gestöbert und geplauscht. Stephanie Bongers bot beispielsweise Accessoires aus recycelten Fahrradschläuchen, Jörg Brienen selbst gedrechselte Holz-Kunst und Ulrike Ackermann Schmuck aus buntem Leder an. Aber auch selbstgemachte Fruchtaufstriche, duftende Seifen, Hochwertiges aus Wolle, Stoff und Filz sowie Dekoratives aus Metall oder Ton waren im Angebot. Einen Gemeinschaftsstand hatten die Freundinnen Bettina Becker und Elisabeth Hillmann. Die beiden Bankkauffrauen haben Herz und Leidenschaft nachgegeben und ihr Hobby zum Beruf gemacht: Becker startete ihre „Kunterbunte Werkstatt“, weil sie ihren Töchtern das Nähen beibringen wollte. Heute kommen Kinder und Mütter in ihre kleine Nähschule. Sie bestickt mit einer Stickmaschine Armbänder, Kulturtäschchen und Frühstücks-Sets. Auch Hillmann trifft mit ihrer Marke „Miss Elli“ den Geschmack von Kundinnen, die Individuelles und Ausgefallenes lieben. „Wenn ich einen schönen Stoff entdecke, sehe ich sofort, was daraus werden kann“, erzählte die Kamp-Lintforterin begeistert.

Schals, Laptop-Hüllen, Schlüsselbänder und Taschen entstehen aus alten LKW-Planen, aus Plüsch oder Stoffen mit Blumenmustern. Nicht nur schön, sondern auch praktisch und alltagstauglich sollen sie sein. Aktuell hat sie sich die Rechte an der Verarbeitung des LAGA-2020-Logos gesichert, das nun auf ihren Taschen erscheint – besonders edel auch in der gestickten Variante in Zusammenarbeit mit Bettina Becker.

Beide Frauen hatten am Samstag alle Hände voll zu tun und freuten sich nicht nur über reges Kauf-Interesse, sondern auch über Gespräche mit netten Menschen, einen vielseitigen Markt und ein besonders schönes Ambiente.