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Grundstückspreise in Rheurdt steigen

Bericht zu den Bodenrichtwerten : Grundstückspreise sind 2019 weiter gestiegen

Bei niedrigen Zinsen und niedriger Inflation investieren die Menschen in Grundstücke und Immobilien, wie mehr Verträge und steigende Preise des neuen Berichts zu den Bodenrichtwerten zeigen.

Die Grundstückspreise im Kreis Kleve sind erneut gestiegen. Vom Jahr 2018 zum Jahr 2019 erhöhten sie sich um durchschnittlich 5,3 Prozent, wie der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Kleve in seinem Bericht feststellte, der jetzt öffentlich ist. Damit setzt sich der Trend der frühen 2010er Jahre fort. Weil bei niedriger Inflation und sehr niedrigen Zinsen sich Menschen den Traum vom eigenen Haus verwirklichen, steigen die die Preise für Baugrundstücke, deren Anzahl begrenzt ist.

Dieser Trend war bereits in den Berichten der Gutachterausschüsse für den Kreis Wesel zu sehen gewesen. Dort stiegen die festgelegten Preise um 1,1 Prozent, in einigen Kommunen auch erheblich stärker, zum Beispiel in Neukirchen-Vluyn um 5,2 Prozent. In der Stadt, die besonderen Wert auf Nachhaltigkeit legt, sind vor allem Grundstücke auf dem Niederberggelände gefragt. Der Bodenrichtwert liegt bei 300 Euro je Quadratmeter.

Im Schaephuysener Dorfkern wurde er im Bericht mit 150 Euro je Quadratmeter festgelegt, im Rheurdter Dorfkern mit 170. Damit erreicht der Grundstückspreis die Werte der benachbarten Gemeinden im Südkreis, zum Beispiel um die Dorfkerne von Aldekerk mit 180 Euro je Quadratmeter und Nieukierk mit 150, Sevelen mit 175 und Issum mit 175. Dabei sind diese Werte aus den Verkäufen von Grundstücken mit Gebäuden zurückgerechnet. Wenn an solche bebaute Gebiete Neubaugebiete angrenzen, liegen dort die Preise erheblich darüber, wie zurzeit die Beispiele rund um den Pappelsee in Kamp-Lintfort zeigen.

Obwohl die Grundstückspreise im Jahr 2019 erneut stiegen, nahm die Anzahl der Verkäufe auf insgesamt 4004 zu. Der Umsatz an Grundstücken und Immobilien wuchs um neun Prozent, um erstmals die 750 Millionen Euro zu erreichen. 2014 hatte er nur bei gut 520 Millionen gelegen und erhöhte sich innerhalb von fünf Jahr um 44 Prozent. „Der Immobilienboom im Kreis Kleve hält weiter an“, blickt Dirk Brammen auf das Rekordergebnis. Der Vorsitzende des Gutachterausschusses des Kreise Kleve stellt fest: „Der seit Jahren hohe Umsatz zeigt, dass die Nachfrage nach Immobilien ungebrochen ist.“

Die Käufer erwarben vor allem Grundstücke, auf denen bereits Ein- oder Zweifamilienhäuser stehen (58 Prozent). Oder sie kauften Eigentumswohnungen (20 Prozent) und unbebaute Grundstücke (22 Prozent), besonders in der Stadt Goch, wo solche auf dem Markt angeboten wurden. Der Anteil für unbebaute Grundstücke wäre höher, wenn davon mehr in anderen Städten und Gemeinden vorhanden würde.

„In Rheurdt gibt es aktuell kein Neubaugebiet, aber bald“, sagt Ralf Spengel als stellvertretender Fachbereichsleiter für Bauen und Ordnung. „Die Planung für das Neubaugebiet zwischen der Bahnstraße und der Kirchstraße läuft. Parallel werden in einem Grundstücksumlegungsverfahren die Grundstücke im Plangebiet neu zugeschnitten. Ziel der Verwaltung ist, das Planverfahren 2021 abzuschließen. Dann kann mit der Erschließung der über 40 Wohneinheiten begonnen werden.“

Die aktuellen Bodenrichtwerte für die Städte und Kommunen im Kreis Kleve sind im Internet unter www.boris.nrw zu finden. Dort können Interessierte kostenlos den Link Bodenrichtwerte anklicken, um dann Postleitzahl, Gemeinde oder Stadt und Wohngebiet einzugeben. Die Einheit des Bodenrichtwertes, den sie dann erhalten, ist der Europreis je Quadratmeter Baugrundstück.

Die Bodenrichtwerte basieren auf den Daten für Grundstücks- und Immobilienverkäufe im Jahr 2019, die über die notariellen Beurkundungen bekannt sind.