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Grüne wollen Ökosiedlung im Ortskern von Rheurdt vor.

Politischer Antrag : Grüne schlagen Ökosiedlung im Ortskern von Rheurdt vor

Niedrigenergie-Häuser aus Tonziegeln und anderem umweltfreundlichen Material, Photovoltaikanlagen, insekten- und bienenfreundliche Grünflächen, überdachte Fahrradstellpätze mit Ladestationen, möglichst wenige, am besten keine Autos: So stellen sich die Rheurdter Grünen das Neubaugebiet vor, das östlich der Rathaussstraße, zwischen Kirchstraße im Norden und Bahnstraße im Süden entstehen soll.

Vor sechs Jahren hat die Politik den Bebauungsplan auf den Weg gebracht. Jetzt haben die Grünen beantragt, im Rahmen des Bebauungplans eine Ökosiedlung zu konzipieren. Dabei verweisen sie auf Beispiele andernorts, wie den Freiburger Stadtteil Vauban. Der Antrag sollte im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Ökologie diskutiert werden, die Sitzung fiel wegen der Corona-Schutzbestimmungen aber aus.

Einen ganzen Katalog zur möglichen Gestaltung einer Ökosiedlung haben die Grünen vorgelegt. Bei der Idee gehe es nicht nur um einzelne Aspekte wie Verkehrsplanung oder Energiestandards, sondern darum, „möglichst alle Lebensbereiche zu integrieren. Also nicht nur ökologisch zu wohnen und dann jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, sondern ebenso Produktion, Bildung, soziale Absicherung etc. innerhalb der Gemeinschaft zu organisieren“.

Der weitgehende Verzicht auf Autos hebe die Lebensqualität: „Vor allem öffentliche und halböffentliche Bereiche können intensiver genutzt werden, da sie nicht von Autos blockiert werden.“ Auch Aspekte der Sicherheit und der Gesundheit sprächen für ein autofreies Wohnen, so die Grünen in ihrem Antrag. „Nachteilig ist der Verlust von Bequemlichkeit.“ Da die Häuser nur zum Be- und Entladen angefahren würden, müssten die Zuwegungen weder geteert noch gepflastert werden; unversiegelte wassergebundene Oberflächen reichten aus.

Und wie bringt man die Bewohner einer solchen Siedlung dazu, auf Dauer aufs Auto zu verzichten? Man könne versuchen, die Bewohner „vertraglich an die Autofreiheit zu binden“ oder die Bewohner als Vereine zu organisieren, „in denen die Kernanforderung an die Mitglieder der Verzicht auf das eigene Auto ist.“

(pogo)