Grüne: Gerätehaus Rheurdt auf Büschwiese verlagern

Antrag für Ratssitzung : Grüne: Gerätehaus Rheurdt auf Büschwiese verlagern

Diskussion um den Feuerwehr-Standort: Grüne beantragen, Ratsbeschluss vom Dezember aufzuheben.

(pogo) Was das geplante neue Feuerwehr-Gerätehaus für Rheurdt angeht, ist eigentlich alles klar: Es soll dort stehen, wo der Löschzug bisher stationiert war, nämlich am Marktplatz. So hat es der Gemeinderat beschlossen. Nun wollen die Grünen den Ratsbeschluss aber kippen. Sie beantragen, das Gerätehaus auf die sogenannte Büschwiese zu verlegen und den Beschluss vom Dezember aufzuheben. Noch sei nichts so festgelegt, „dass ein Schaden oder eine Zeitverzögerung für den Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses entsteht“, heißt es in dem Antrag. Die Grünen geben zu bedenken, dass das neue Gerätehaus so groß werde, „dass die restliche Fläche des Marktplatzes nicht oder nur kaum noch für eine anderweitige Verwendung ausreicht“. Wichtige Parkmöglichkeiten fielen weg. Feste wie die Pfingstkirmes, die bisher auf dem Marktplatz gefeiert wurden, könnten „nicht mehr in kompakter Aufstellung auf dem Marktplatz“ stattfinden.

Bekanntlich gibt es Überlegungen, den Burgerpark so zu ertüchtigen, dass er als Veranstaltungsfläche genutzt werden kann. Aber gegen diese Pläne hat eine Initiative unter dem Namen „Hände weg vom Burgerpark“ mehr als 600 Unterschriften zusammengetragen. Nicht zuletzt, so argumentieren die Grünen in ihrem Antrag, könnten durch die Verlegung des Gerätehauses auf die Büschwiese alle Bäume auf dem Marktplatz erhalten bleiben.

Die Büschwiese (Hochend, schräg gegenüber dem Sanitärfachhandel Linzner) gehörte früher zum inzwischen abgerissenen Büschhof. Das Gelände ist der katholischen Kirche vermacht worden, die dort eine Wohnbebebauung plant. „Unsere Idee ist, es der katholischen Gemeinde andere Baugrundstücke zum Tausch anzubieten“, sagte Grünen-Fraktionschef Frank Hoffmann am Donnerstag. Die katholische Gemeinde sei mit einer solchen Lösung einverstanden.

Hans Rainer Tabke, Fraktionschef der CDU im Rheurdter Rat, hält von dem Vorschlag der Grünen allerdings nicht viel. „Wir haben eine Entscheidung getroffen“, sagte er am Donnerstag. Der Standort Büschwiese biete keine Vorteile. Im Zuge der Arbeit am neuen Brandschutzbedarfsplan habe es sich gezeigt, so Tabke: „Die jetzigen Feuerwehr-Standorte sind optimal“ – also Rheurdter Straße für den Löschzug Schaephuysen und Marktplatz für den Löschzug Rheurdt.

„Für die CDU hat der Feuerschutz Vorrang“, betonte Tabke. Kirmes sei nur an ein paar Tagen, die Feuerwehr müsse aber 365 Tage im Jahr bereitstehen. Gleichzeitig zeigte sich Tabke sicher, dass sich für Veranstaltungen eine Lösung finden lasse. Es gebe auch die Option, Flächen neben dem Marktplatz anzukaufen.

Die Diskussion um das neue Gerätehaus war im Frühjahr kulminiert. Die Feuerwehr sah sich Vorwürfen ausgesetzt, sie wolle eine „Luxuswache“, den Grünen wurde nachgesagt, einen Keil zwischen Wehr und Anwohnern zu treiben. Dem Rheurdter Wehrleiter Markus Jansen und seinem Stellvertreter Markus Gehrmann platzte der Kragen: Sie erklärten im Mai ihren Rücktritt.