Grüne: Auf den Klimanotstand in Neukirchen-Vluyn müssen Maßnahmen folgen

Politik in Neukirchen-Vluyn : Grüne: Auf den Klimanotstand müssen Maßnahmen folgen

Der „Klimanotstand“ in Neukirchen-Vluyn ist da: Vor den Sommerferien hat der Rat der Stadt ihn auf Antrag der Grünen beschlossen. Nun gilt es, den Beschluss mit Leben zu Füllen. Dabei hapert es bislang, wie die Grünen kritisieren.

Beispiel: Die im Hauptausschuss jüngst beschlossene Anschaffung von zwei Lastwagen mit Diesel-Maschinen für den Bauhof. Die Nachfrage, ob auch die Möglichkeit umweltfreundlicher Antriebe geprüft worden sei, habe die Verwaltung verneint. Das widerspreche dem „Klimanotstand“, kritisieren die Grünen. Mit dessen Erklärung habe sich Neukirchen-Vluyn verpflichtet „die Auswirkungen auf das Klima sowie die ökologische, gesellschaftliche und ökonomische Nachhaltigkeit bei jeglichen davon betroffenen Entscheidungen zu berücksichtigen und wenn immer möglich, jene Entscheidungen prioritär zu behandeln, welche den Klimawandel oder dessen Folgen abschwächen.“

Die Grünen erwarten, dass Verwaltung und Politik von sich aus dieser Verpflichtungen nachkommen. Wenn die Grünen immer wieder nachhaken müssten, „dann ist der Gesamtbeschluss für die Tonne“, befürchtet Wagener. Die Grünen erhoffen sich von der Verwaltung ein Konzept, wie mit den Folgen des Klimawandel in der Stadt umzugehen ist – ähnlich dem „Masterplan“, der in der Klimanotstand-Kommune Moers beschlossene Sache ist.

Die Neukirchen-Vluyner Grünen haben selbst ein Maßnahmenpaket geschnürt, das sie in die politische Diskussion einbringen wollen: städtische Veranstaltungen müllarm machen, Umweltvergehen stärker kontrollieren, Bäume schützen, kommunale Dachflächen für Solaranlagen vermieten, feste Quote des Straßenbau-Budgets für Radwegausbau, Begrünung von Bushaltestellen, Projekte gegen Lebensmittelverschwendung und vieles mehr. Auch autofreie Sonntage, wie vor kurzer Zeit in Düsseldorf, könnten sich die Grünen in Neukirchen-Vluyn vorstellen. „So etwas finden die Mensche gut“, ist Vorstandssprecherin Angelika von Speicher überzeugt. Den Grünen ist klar, dass der Wille allein, etwas gegen den Klimawandel zu tun, nicht ausreichen wird. Auch Geld müsse in die Hand genommen werden. „Klimaschutz ist teuer“, gibt Christian Pelikan vom Fraktionsteam zu bedenken. „Aber wenn wir nichts unternehmen, kommt uns das noch teurer zu stehen.“

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