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Großes Interesse am Obstbaumschnitt-Kurs in Schaephuysen

Neukirchen-Vluyn : Bäume richtig schneiden – für mehr Obst

Der Verein für Gartenkultur und Heimatpflege Schaephuysen bot einen Kurs Obstbaumschnitt an. Das neue Format kam an, wie 50 Teilnehmer zeigten. Solche Veranstaltungen will der Verein jetzt regelmäßig anbieten.

Heinz Erkes (57) hält nichts von Schönwettergärtnern, wie er sie nennt. Der Gartenbaumeister ist im Winter gerne draußen, wenn er in der Baumschule Kretschmer in Goch Bäume schneidet oder wenn er in Kursen Gartenbesitzern den richtigen Obstbaumschnitt zeigt. Am liebsten hält er die Kurse in Privatgärten ab, wie am Samstagin Schaephuysen im Garten von Gabi und Hans-Rainer Tabke. „Beim Baumschnitt kann es ruhig bis minus vier Grad kalt sein“, erläuterte er bei neun Grad Außentemperatur, die sich durch einen böigen, kalten Wind erheblich niedriger anfühlten. „Je wärmer es wird, desto leichter können Pilze die wunde Schnittstelle befallen. Deshalb sind Januar und Februar die besten Monate für den Baumschnitt.“

Eineinhalb Stunden zeigte er, wie beispielsweise ein Johannisbeerstrauch, ein Sauerkirschbaum, ein Süßkirschbaum, ein Apfelbaum oder ein Pflaumenbaum richtig geschnitten werden, damit sie langfristig mehr Obst tragen und gesundbleiben. Immer wieder wies er darauf hin, Obstbäume seien jährlich zu schneiden. Weil sich bei den meisten Arten ein Wassertrieb im zweiten Jahr in Fruchtholz verwandle und Ertrag bringe. „Es ist ein Kreislauf, damit ein Baum nicht vergreist“, erläuterte der Gartenbaumeister im 3500 Quadratmeter großen Garten an der Vluyner Straße. „Schneiden fördert das Wachstum“, es hält den Baum jung, rekultiviert ihn. Ein Baum kann optisch alt aussehen, obwohl er im besten Alter ist, aber nicht jährlich geschnitten wurde. Ein Apfelbaum wird als Hochstamm über 100 Jahre alt, ein Birnbaum sogar bis 300. Nach 50 und mehr Jahren sind sie im besten Alter.“

Dabei steht der Baumschnitt symbolisch für den Verein für Gartenkultur und Heimatpflege Schaephuysen, der erstmals wieder nach vielen Jahren einen Kurs Obstbaumschnitt anbot, den er bei der Wiederaufnahme mit einem gesprächigen Teil verband. In diesem tauschten sich die Kursbesucher bei selbstgemachten Nussecken und frischem Kaffee im und um das Gartenhaus von Gabi und Hans-Rainer Tabke aus. Es waren 50 Teilnehmer, nachdem in den Zeitungen auf den Kurs hingewiesen worden war. Sie reisten aus Rheurdt, Schaephuysen, Sevelen, Issum und Neukirchen-Vluyn an, außerdem aus Moers und sogar aus den westlichen Duisburger Stadteilen.

„Mit dieser Resonanz haben wir nicht gerechnet“, freute sich der Vereinsvorsitzende Mario Gürtner. „Wir wollen weitere Kurse anbieten, im Spätherbst und im Winter. Die Kurse sollen ein regelmäßiges Angebot werden.“ Auch die stellvertretende Vorsitzende Claudia Koschare war glücklich, wie das neue Format angenommen wurde. „Von den 50 Kursbesuchern sind nur zehn Mitglieder“, sagte sie. „Es ist natürlich schön, wenn Gartenbesitzer auf unseren Verein aufmerksam werden. Er hat seinen Ursprung im Gartenbau und will mit einer Wurzel wieder dorthin zurück. Die andere Wurzel ist die Heimatpflege. Das Heimatmuseum in Schaephuysen ist ein Schmuckkästchen.“