Gewerbe ausgesperrt: Ein Gelände in Neukirchen-Vluyn soll reines Wohngebiet werden.

Bauleitplanung in Neukirchen-Vluyn mit Hindernissen: Bürgeranhörung hinter verschlossener Rathaustür

Das Gelände zwischen Hugengraben und Schillerstraße soll zu einem reinen Wohngebiet erklärt werden.

Stell Dir vor, es ist Bürgeranhörung zu einer Bauleitplanung – aber die Rathaustür ist abgeschlossen! So passiert am Donnerstagabend, 18 Uhr im Rathaus von Neukirchen-Vluyn. Innen stand der gelbe Wegweiser in Richtung großer Ratssaal, also treppauf. Doch ins Rathaus hinein gelangten Bürger nur, wenn zufällig ein Verwaltungsmitarbeiter ins Freie drängte. Auch Klingeln blieb unbeantwortet. So saßen der stellvertretende Bürgermeister Klaus Best, CDU, und der technische Beigeordnete Ulrich Geilmann mit lediglich elf Anwohnerinnen und Anwohnern über dem Bebauungsplan 161. Dabei geht es um das Gebiet zwischen Hugengraben und Schillerstraße.

Aus einem Mischgebiet, in dem sich auch Gewerbebetriebe ansiedeln dürften, soll ein reines Wohngebiet werden. Acht bis neun neue Häuser könnten dort in einigen Jahren gebaut werden, wo heute ein Bolzplatz und ein Acker zwischen zweigeschossigen Mehrfamilienhäusern eine gewisse Großzügigkeit ausstrahlen.

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„Werden hier Schicki-Micki-Häuser gebaut, deren Wohnungen sich kein Normalverdiener leisten kann?“ wollten die Bürger wissen. Der Beigeordnete Geilmann zuckte mit den Schultern: „Derzeit geht es erst um die Bauleitplanung.“ Also um die Möglichkeiten. „Erst wenn es konkrete Baupläne geben sollte, können Sie Modelle oder 3-D-Skizzen sehen. Kurt Best verwies auf den Ratsbeschluss, bei jedem künftigen Bauprojekt mindestens 25 Prozent bezahlbare Wohnungen einzuplanen. Was das genau bedeutet, will die Verwaltung im kommenden Jahr erst einmal durch ein Gutachten klären lassen.

Da es sich bei der Bürgeranhörung um den ersten Termin handelte, wurden die Anregungen notiert. Mit den Hinweisen von Behörden, Energieversorgern, Feuerwehr- und Rettungsdiensten entsteht daraus ein konkreter Leitplan, der dann noch einmal formal der Öffentlichkeit vorgestellt wird und zu dem sich Bürger vier Wochen lang äußern können. Vorausgesetzt, die Rathaustüren sind dann offen.

(dne)
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