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Neukirchen-Vluyn: Gerätehaus verkaufen - doch an wen?

Neukirchen-Vluyn : Gerätehaus verkaufen - doch an wen?

Das frühere Domizil der Feuerwehr in Vluyn soll verkauft werden, Wohngebäude sollen dort entstehen. Doch wie sich im Fachausschuss zeigte, gibt es unter den Fraktionen noch Beratungsbedarf, welche Klientel letztlich einziehen soll.

Das leerstehende ehemalige Gerätehaus der Feuerwehr zu verkaufen, darum ging es nun im nicht-öffentlichen Teil des jüngsten Stadtentwicklungsausschusses. Eigentlich kein kontroverses Thema, doch gab es nach Informationen der RP keine Empfehlung für das Grundstücksgeschäft, sondern den Beschluss, im Haupt- und Finanzausschuss noch einmal darüber zu diskutieren. Manche Fraktionen sehen deutlichen Beratungsbedarf. "Es müssen noch Dinge geklärt werden, bevor man guten Gewissens zustimmen kann", sagte ein Ausschussmitglied unserer Zeitung.

Das Gerätehaus war Anfang August zum Verkauf angeboten worden, der Mindestkaufpreis für das rund 2300 Quadratmeter große Gelände wurde mit 420 000 Euro beziffert. Dem Vernehmen nach gibt es drei Interessenten für das Grundstück. Zwei davon wollen dort Wohnhäuser errichten, das dritte Konzept sehe vor, dass dort Wohngruppen entstehen, in denen Menschen mit schweren körperlichen Handicaps betreut werden. In diesem Zusammenhang zeigen sich einige Ausschussmitglieder irritiert, dass es keine Informationen über den Betreiber gebe - was bei einem so sensiblen Thema eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Der eigentliche Grund für die Verschiebung der Entscheidung, erklärte ein anderes Ausschussmitglied unserer Zeitung, sei allerdings die Frage, welche Lösung für den Standort Vluyn die bessere sei. Die Wohngruppen-Lösung bedeute voraussichtlich Arbeitsplätze, die anderen Konzepte ermöglichten Familien mit Kindern in die Ortsmitte zu ziehen. Das müsse nun abgewogen werden. Als sicher gelte bislang nur, dass die Tafel für Bedürftige nicht in das ehemalige Gerätehaus ziehen wird, wie die SPD vorgeschlagen hatte.

Es ist bereits der zweite Versuch, das Gelände an der Niederrheinallee zu verkaufen. Schon in der ersten Runde hatte sich ein Investor gefunden, der Wohnhäuser errichten wollte. Allerdings störte den Kaufinteressenten der alte Kastanienbaum an der Ecke des Grundstückes, der allerdings von Anfang an Teil des Bebauungsplans war.

Für die Politik kam ein Fällen des Baumes nicht in Frage. Der Investor nahm daraufhin von seinem Angebot Abstand (die RP berichtete). Um solche Missverständnisse zu vermeiden, wurde in der erneuten Ausschreibung für den Kauf des Geländes vermerkt: "Im süd-östlichen Bereich des Grundstückes ist ein markanter Baum (Kastanie) als erhaltenswert festgesetzt, um den Charakter der Niederrheinallee zu unterstützen."

(RP)