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Gemeinde Rheurdt will über Eigenkompostierung informieren

Abfallzahlen für Rheurdt : Gemeinde will über Kompostierung informieren

Die Einwohner des Ökodorfs Rheurdt produzieren weniger Hausmüll als im Bundes-, Landes- und Kreisdurchschnitt. Pro Kopf fielen bei ihnen im Jahr 2017 180 Kilo an. Im Kreis Kleve waren es 186 Kilogramm, in Nordrhein-Westfalen 232. Gleichzeitig sammelten die Rheurdter und Schaephuysener fleißig.

156 Kilo Papier, Glas und Grüne-Punkt-Verpackungen ließen sie sie nicht in den Hausmüll wandern. Kreisweit waren es 152 Kilo und landesweit 142. Die Zahlen aus dem Jahr 2017 stellte Gabriela Thoenissen von der Kreis Klever Abfallberatung (KKA) im Rheurdter Rat vor. Zusammen mit Rolf Janssen, Geschäftsführer der KKA, berichtete sie über Abfallbilanz und Abfalltrennung. Aktuellere Zahlen gebe es nicht. Die Zahlen für 2019 dürften ähnlich ausfallen.

Auch bei Bioabfall und Grünschnitt halten die Rheurdter im Vergleich gut mit. Sie erzeugen pro Kopf und Jahr 179 Kilo (Kreis: 120, Land: 116). Allerdings hinkt hier der Vergleich. Denn 2017 gab es noch nicht in allen Städten und Gemeinden Biotonnen. Und: In Gemeinden mit vielen Einfamilienhäusern und Gärten fielen mehr Grünabfälle an als in Großstädten.

Potenzial gibt es in Rheurdt noch beim Thema Kompostierung. „Die Wenigsten kompostieren selbst“, sagte Janssen. Andreas Nielsen (FDP) hatte sich zuvor als Selbstkompostierer „geoutet“. Die Ökobilanz sei bei der Selbstkompostierung besser, weil die Fahrt zum Kompostierwerk in Goch entfalle. Außerdem hätten Selbstkompostierer weniger Abfallgebühr zu zahlen. Janssen schränkte aber ein, dies gelte nur, wenn ein Komposthaufen vernünftig geführt werde.

Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen sagte, die Gemeinde wolle über die Möglichkeit, selbst zu kompostieren, informieren. Dabei werde sie auch auf das Problem hinweisen, dass die zentrale Kompostierung mit Kunststofftüten hat, in den viele ihre nassen Küchenabfälle sammeln. „Am Förderband kann man nicht unterscheiden, ob es eine normale Kunststofftüte ist oder eine kompostierbare“, erläuterte Thoenissen. „Sie werden aussortiert und thermisch verwertet“ – also verbrannt. „Das ist eine Menge von drei bis vier Prozent des Bio- und Grünabfalls. Die kompostierbaren Tüten verrotten in einer Kompostieranlage nicht, weil das Verfahren zu schnell geht.“ Das heißt: Küchenabfälle sollten deshalb nicht in Kunststofftüten in den Biomüll geworfen werden.