„Fridays for Future“ in Neukirchen-Vluyn: Es geht wieder ums Klima.

„Fridays for Future“ in Neukirchen-Vluyn : Am Freitag geht es wieder ums Klima

„Fridays for Future“ – die zweite Demo in Neukirchen-Vluyn. Um 11 Uhr treffen sich die Schülerinnen und Schüler am Leineweberplatz in Vluyn.

Die Erwachsenen bleiben unter einem Generalverdacht: Sie tun zu wenig fürs Klima, schließen faule Kompromisse zwischen Ökologie und Ökonomie. Deswegen wollen es die Schülerinnen und Schüler auch in Neukirchen-Vluyn nicht bloß bei der bisher einzigen „Fridays for Future“–Demo belassen. Am Freitag, 5. Juli, treffen sie sich erneut um 11 Uhr auf dem Leineweberplatz in Vluyn, um ihren Protest deutlich zu machen: Niemand hat einen Planet B, wenn das Ökosystem Erde kaputt ist.

„Wir werden über die Niederrheinallee zum Rathaus nach Neukirchen ziehen und eine Zwischenkundgebung in Höhe des Neubauviertels auf dem ehemaligen Zeichengelände Niederberg machen“, beschreibt Organisatorin Antonia Leffers den Zugweg. Und weil ziviler Ungehorsam nicht erst nach Schulschluss beginnt, nehmen viele in Kauf, dass sie noch eine „unentschuldigte Fehlstunde“ auf ihrem Zeugnis 2018/2019 stehen haben. Sie sind gewiss: Schon bald wird dieser Tadel eine Art Ehrenzeichen sein.

Skeptisch sieht Antonia Leffers die Bemühungen verschiedener Parteien, dem Klimaprotest nahe zu rücken. „Ganz generell gilt, dies ist unser Protest. Wir wollen uns von niemandem vereinnahmen lassen.“ Sie sagte dies der Rheinischen Post mit Blick auf einen Antrag der SPD, den Schülern von „Fridays for Future“ ein Rederecht im Stadtrat einzuräumen. Wenn man den Kommunalpolitikern etwas zu sagen habe, werde man dies schon deutlich machen. Die SPD reagierte auf diese Bemerkung mit Bedauern

Und auch Klaus Wallenstein (NV Auf geht’s) wurde ausdrücklich darum gebeten, nicht wieder mit einem Plakat der Marxisten-Leninisten in der Demo zu erscheinen. Man werde ihn höflich bitten, dieses Plakat wegzulegen, sagte Antonia Leffers unserer Zeitung.

Wallenstein reagierte darauf mit einem offenen Brief, in dem er die Schüler vor einer „Unterdrückung der freien Meinungsäußerung“ warnte und die Position vertrat, wegen eines Plakates könne niemand von einer Demonstration ausgeschlossen werden. Das klingt zumindest vorab so, als wolle Wallenstein den Wunsch der Schüler nach parteipolitischer Unabhängigkeit nicht akzeptieren.

Bei der Zwischenkundgebung auf Niederberg werden ausschließlich Schüler aussprechen. Die Forderungen lauten: Schneller Ausstieg aus der Kohle, mehr öffentlicher Personennahverkehr und weniger Plastikmüll.

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