Neukirchen-Vluyn: Feuerwehr-Oldtimer fährt wieder

Neukirchen-Vluyn : Feuerwehr-Oldtimer fährt wieder

Vier Jahre hat die Reparatur des Tanklöschfahrzeugs TLF 16/24 der Freiwilligen Feuerwehr Neukirchen-Vluyn gedauert.

Rot, rundlich und mit einem großen Magirus-Deutz-Emblem auf dem Bauch: Das alte Tanklöschfahrzeug TLF 16/24 der Freiwilligen Feuerwehr Neukirchen-Vluyn war eine echte Schönheit, bis es vor vier Jahren auf der A3 Opfer eines schweren Unfalls wurde. Davor hatte es von 1961 bis 1986 zunächst bei der Brandbekämpfung gedient und stand dann anschließend nach einer aufwendigen Restaurierung für Hochzeiten und andere Feierlichkeiten zur Verfügung. Normalerweise wäre der schmucke Rundhauber jetzt reif für den Schrottplatz gewesen, doch das wollten seine Neukirchen-Vluyner Feuerwehrkameraden nicht zulassen. In einer unglaublichen gemeinsamen Kraftanstrengung machten sie ihren roten Blechfreund in vier Jahren wieder fahrtüchtig und präsentierten ihn jetzt am Freitag mit einer großen Feier am Vluyner Gerätehaus in neuem Glanz.

Finanziell möglich gemacht hatten das neben dem Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Neukirchen-Vluyn unter anderem die Sparkasse am Niederrhein, aber auch zahlreiche kleinere Spender, zum Beispiel durch den Kauf eines roten Feuerwehrautoansteckers. "Jede kleinste Summe hat es letztendlich ausgemacht", erklärte Löschzugführer und gleichzeitig zweiter Vorsitzender des Fördervereins, Lutz Reimann, am Freitag bei einem knapp 45-minütigen Lichtbildervortrag im Anschluss an zwei kurze Begrüßungsreden des ersten Vorsitzenden Bernhard Uppenkamp und des Neukirchen-Vluyner Bürgermeisters Harald Lenßen. Den Löwenanteil seiner Wiederauferstehung verdanke TLF 16/24 aber vor allem den vielen tätigen Helfern, betonte Reimann dabei ausdrücklich. Den Schraubern und Lackierern, den Sandstrahlern und Schweißern, aber auch dem Schreiner, der für den Transport der Ersatzteile extra ein Gestell gebaut habe, dem befreundeten Anwalt und seinem Kampf um jeden Versicherungseuro und nicht zuletzt den Frauen, die die verschiedenen Handwerksmannschaften verpflegt haben.

Dabei versteckte sich der rote Star des Abends noch die ganze Zeit unter einer großen, grauen Plastikplane. Doch dann kam endlich seine große Stunde. Nachdem zuvor alle Besucher aufgefordert wurden, die Halle des Feuerwehrgerätehauses zu verlassen, schlossen sich dessen Einfahrttore und öffneten sich dann nach knapp fünf Minuten wieder und enthüllten dabei unter den Klängen des Songs "The Final Countdown" den in neuer Schönheit wiedergeborenen TLF 16/24 Magirus-Deutz-Rundhauben-Oldtimer. Dass er ab jetzt wieder Hochzeitspaare zur Kirche fahren wird, dürfte wahrscheinlich sein, ob er jedoch irgendwann einmal wieder auf die Autobahn darf, ist fraglich. Immerhin hat seine "Genesung" laut Lutz Reimann unterm Strich rund 55.000 Euro an Material und anderen Sachleistungen, sowie mindestens 3500 Arbeitsstunden gekostet.

(RP)
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