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Fairtrade-Town Rheurdt: Es klappt nur, wenn viele mitmachen

SPD hofft auf breite Unterstützung im Dorf : Fairtrade-Town Rheurdt: Es klappt nur, wenn viele mitmachen

Eine Steuerungsgruppe soll den Beitritt der Gemeinde zur Fairtrade-Kampagne angehen. Möglichst viele Bürger, Vereine, Geschäftsleute und Institutionen sollen mitmachen. Wegen der Pandemie wird die erste Zusammenkunft der Gruppe allerdings wohl erst nach den Sommerferien stattfinden.

735 „Faitrade-Towns“ gibt es in Deutschland. Auch Rheurdt ist auf dem Weg, sich dem Kreis der Städte und Gemeinden anzuschließen, die sich für den fairen Handel und damit für bessere Lebensbedingungen von Menschen in Afrika, Asien oder Südamerika einsetzen. Schon im März hat der Hauptausschuss nach einem Antrag der SPD-Fraktion beschlossen, eine Fairtrade-Steuerungsgruppe zu gründen. Wann sie tagt, ist wegen der Pandemie aber immer noch unklar. SPD-Fraktionschef Werner Fronhoffs ging am Dienstag von einem Termin nach den Sommerferien aus. „Das muss eine Präsenzveranstaltung sein“, sagte er. „Online kann man das nicht machen.“

Die Steuerungsgruppe soll keineswegs nur aus Politikern bestehen. „Wir möchten die Bürger, den Werbering, die Geschäftsleute einbinden“, sagte Fronhoffs. Denn um das Faitrade-Siegel vom Kölner Verein „Transfair“ zu erhalten, müssen sich möglichst viele Menschen, Vereine, Kirchengemeinden, Schulen und Kitas mit der Fairtrade-Idee identifizieren. Wie man das schafft, können die Rheurdter in Neukirchen-Vluyn, Kamp-Lintfort oder Moers erfahren, die bereits Fairtrade-Städte sind. „Wenn die Rheurdter nicht mitspielen, werden wir das nicht durchbekommen“, sagte Fronhoffs.

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Zu den Voraussetzungen, die Rheurdt erfüllen muss, gehört auch der Verkauf von Fairtrade-Produkten in mindestens drei Geschäften sowie zwei Gastronomiebetrieben. Bei Netto an der Bahnstraße gibt es bereits zum Beispiel Kaffee und Schokolade aus dem fairen Handel zu kaufen, sagte Marktleiter Maurice Büchner. In seiner Freizeit gehört er zum Stammesvorstand der Rheurdter Pfadfinder. Sie haben schon vor einigen Jahren einmal das Fairtrade-Siegel angestrebt. Wenn Rheurdt Fairtrade-Town werden wolle – die Pfadfinder seien dabei, versicherte Büchner.

Verankert ist der Fairtrade-Gedanke bereits an der katholischen Gemeinde St. Martinus mit ihrem Arbeitskreis Eine Welt, der in „vor Corona“ regelmäßig zum Fairen Frühstück eingeladen hatte. Und auch die örtliche Grundschule stehe der Sache aufgeschlossen gegenüber, sagte Fronhoffs. Er nannte das Gartenprojekt „Ackerdemie“ an der Schule, bei dem Kinder unter anderem lernen, wie viel Arbeit darin steckt, Möhren, Radieschen und anderes Gemüse großzuziehen. „Fairtrade hängt auch mit Ökologie, Arten- und Klimaschutz zusammen“, sagte Fronhoffs.