Eine Schaephuysenerin geht nach Chicago

Rheurdt : Eine Schaephuysenerin geht nach Chicago

Louisa Ehrhardt nimmt ab August am Parlamentarischen Patenschaftsprogramm für junge Berufstätige teil.

Ihr Flugticket hat die Schaephuysenerin Louisa Ehrhardt schon in der Tasche. Am 6. August startet das Abenteuer Amerika. Die 22-jährige Tourismuskauffrau ist Teilnehmerin am Parlamentarischen Patenschaftsprojekt (PPP), das junge Berufstätige die weite Welt eröffnet. Für Lousia erfüllt sich damit ein Traum. Amerika findet sie faszinierend. „Die Weite. Vom kleinen Schaephuysen ins große Chicago. Das hat schon etwas“, meint sie.

Aufmerksam machte sie auf die Chance, ein Jahr im Land der unbegrenzten Möglichkeit zu verbringen, ihre Wirtschaftslehrerin von der Berufsschule. Louisa bewarb sich aus ihrer Klasse als einzige. Sie gehörte zu den rund 400 Bewerbern. 50 kamen in das zweistufige Auswahlverfahren, bei dem es neben der beruflichen Leistung, auf soziale Kompetenzen, politisches Allgemeinwissen und das Interesse am politischen und gesellschaftlichen Leben ankam. Louisa überzeugte auf ganzer Linie, auch die zuständigen Bundestagsabgeordneten. Ihr Arbeitgeber in einer Düsseldorfer Event-Agentur stellte sie für ein Jahr frei und besorgte ihr einen Praktikumsplatz in der firmeneigenen Dependance in Chicago. „In Düsseldorf bin ich für verschiedene Events zuständig. Das kann ein Pharma- oder Ärztekongress sein, eine Firmenfeier oder ein Jubiläumsfest auf einem Schiff“, erläutert sie das berufliche Tätigkeitsfeld.

Schon jetzt macht sich Vorfreude breit auf das weite Land, auf ihre Gastfamilie und die vielen Begegnungen und die Sprache. „An den Amerikanern fasziniert mich ihre offene und freundliche Art, ihre Mentalität“, so Louisa. Dabei wird sie auch die politischen und sozialen Stimmungen im Land erleben. „Ich werde mir vor Ort anhören, wie dort die Politik das alltägliche Leben beeinflusst und mir dabei ein eigenes Bild machen.“ Louisa hat am Julius-Stursberg-Gymnasium ihr Abitur gemacht, ein Freiwilliges Soziales Jahr als Integrationshelferin angeschlossen und ist dann in die Ausbildung zur Tourismuskauffrau in Düsseldorf gestartet. „Für mich ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, ein Jahr lang Auslandserfahrungen zu sammeln. Vor allem mein Arbeitgeber zieht mit“, freut sich die 22-Jährige. Ein bisschen Wehmut schleicht sich ein, wenn sie an den Abschied von Familie und Freunden denkt. Fotos hat sie dann im Handy, der Platz im Koffer ist rar und für Sommer- und Winterkleidung verplant. Mit jedem Stück, das in den Koffer wandert, steigt die Vorfreude. „Schon jetzt bin ich aufgeregt und freue mich einfach mega.“

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm dient vor allem der Völkerverständigung, der Vermittlung interkultureller Kompetenzen und der persönlichen Entwicklung der Teilnehmenden. Es ermutigt junge Menschen, selbstständig neue Herausforderungen in einem ihnen fremden Umfeld zu meistern und leistet damit einen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung. Die zusätzlichen beruflichen Erfahrungen machen den Austausch umso attraktiver.

In Deutschland sind Ansgar Heveling, Bundestagsabgeordneter Wahlkreis Krefeld I-Neuss II, und der Bundestagsabgeordneter Stefan Rouenhoff aus dem Kreis Kleve ihre Paten. Der Bundestag vergibt für das Austauschjahr mittlerweile zum 36. Mal die Stipendien, die von amerikanischer Seite über den US-Kongress begleitet werden. Schirmherr ist der Bundespräsident.

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