Neukirchen-Vluyn: Ein weiterer Durchgang für den Durchgang

Neukirchen-Vluyn : Ein weiterer Durchgang für den Durchgang

Zuerst geöffnet, dann geschlossen, nun wieder offen - und bald erneut zu? Der Durchgang zwischen dem Terniepenweg und dem Wohnviertel Am Schmitzfeld wird erneut die Ratsfraktionen beschäftigen. In der gestrigen Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses trugen mehrere Anwohner ihre Beschwerden vor. Kurz gesagt: Der Durchgang sei eine beliebte Abkürzung für Leute, die betrunken und mit schlechtem Benehmen durch die Straße flanieren.

Im vergangenen September hatte eine Gruppe von Anwohnern dieses Thema erstmals in den Ausschuss gebracht. Während die Stadt keine Gründe dafür sah, den Durchgang zu schließen, gab es unter den Fraktionen eine Mehrheit für eine Sperrung, getragen von der CDU, NV AUF geht's und der Fraktion FDP/Piraten.

Einige Wochen später gab es jedoch eine Aktion von Anwohnern, die das Gegenteil forderte: Initiiert vom Ehepaar Besselmann, wurden rund 70 Unterschriften für die erneute Öffnung des Durchgangs gesammelt. Die Probleme seien übertrieben dargestellt worden, viele Bürger vermissten die bequeme Abkürzung, auch jene, die mit Rollatoren und Einkaufswagen unterwegs seien.

Das Thema kam noch einmal in die politischen Gremien, dieses Mal gab es eine Mehrheit dafür, die Abkürzung wieder zu öffnen. Unter anderem hatte die Fraktion NV AUF geht's ihre Meinung geändert und war nun dafür, die Sperrung aufzuheben.

Gestern kam nun die Gegenseite wieder zu Wort und bekräftigte ihre Beschwerden: Alkoholisierte Personen würde Kinder ansprechen und erschrecken, der Spielplatz sei vermüllt, es habe Diebstähle gegeben und unerlaubterweise brausten Leute mit Mofas und Mopeds durch den Durchgang.

"Das könnte jetzt so weiter hin und her gehen", meinte CDU-Fraktionsvize Günther Fesselmann. "Dieses Thema nervt", meinte André Landskron von der Fraktion FDP/Piraten. Sein Vorschlag: "Macht das Ding endlich zu!" Die CDU, die schon immer für die Schließung war, bekräftigte ihre Meinung. Die SPD, bislang für einen offenen Durchgang, zeigte sich noch skeptisch. "Wir haben Beratungsbedarf", sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gerd Lück. Der technische Beigeordnete Ulrich Geilmann legte Wert darauf, dass man für eine Entscheidung Rechtssicherheit brauche. Die Verwaltung schlägt daher vor, ein Bauleitplanverfahren einzuleiten, um eine endgültige Regelung zu finden.

(s-g)
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